WISSENSCHAFT!
Unter dem Aspekt der elektromagnetischen Strahlungen und Felder finden Sie auf dieser Seite Material zu wissenschaftlichen Studien und Artikel aus Zeitschriften mit wissenschaftlichem Inhalt.
Es sind Studien und Artikel, die schädliche elektromagnetische Wirkungen auch bei sehr niedrigen Intensitäten, also weit unter den offiziellen Grenzwerten, ernst nehmen – Arbeiten, die nicht von vornherein das offizielle Dogma stützen wollen, nur die thermischen Wirkungen (hochfrequent) und die Reizwirkungen (niederfrequent) auf lebende Organismen seien wissenschaftlich gesichert. Sie stammen meist von unabhängig arbeitenden Wissenschaftern.
Kritische Auseinandersetzungen mit der zur Zeit leider noch vorherrschenden Wissenschaftsmeinung, nichtthermische (biologische) Wirkungen gebe es nicht, oder die Beweise dafür seien (noch) ungenügend, finden Sie auf der Seite
• Wissenschaft?
Inhalt dieser Seite:
Elektrosensibilität ist in Schweden eine offiziell anerkannte Behinderung
TETRA-Polizeifunk: Der Trower-Bericht 2001 Mobilfunk: Zivil unschädlich – militärisch eine nicht-tödliche Waffe
Mobiltelefon und Hirntumor: 15 Gründe zur Sorge
Wissenschaft, Meinungsmache und die Wahrheit hinter Interphone
(Cellphones and Brain Tumors: 15 Reasons for Concern – Science, Spin and the Truth Behind Interphone)
Eine Telekom-Strategie Von Örjan Hallberg. "Bei meiner Arbeit in der Firma Ericsson musste ich sämtliche Umweltaspekte berücksichtigen – mit einer einzigen Ausnahme: der Einfluss der elektromagnetischen Strahlung...
Effekte elektromagnetischer Felder: Stand der Forschung
Höhepunkte von der BioEM 2009
Neue Studie des Schweizerischen Nationalfonds über die elektromagnetische Strahlungsbelastung der städtischen Bevölkerung
Erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke und Schädigung des Gehirns unter Mobilfunkbestrahlung erneut bestätigt. Forschungsarbeit an der Universität Lund, Schweden, 2008
Mobilfunkantennen erhöhen das Risiko für „Kälberblindheit“ (Grauer Star = nukleärer Katarakt) Dissertation an der Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich, 2007
Warnung: Die Benutzung eines Mobiltelefons während der Schwangerschaft kann Ihr Baby ernsthaft gefährden Eine Studie an 13'000 Kindern deckt einen Zusammenhang zwischen der Benutzung von Handys und späteren Verhaltensstörungen auf
Junge Schweizer Männer haben schlechte Spermien (Tages-Anzeiger vom 10.04.08) Der Leiter der wissenschaftlichen Studie steht vor einem Rätsel. Wir fragen: Wurden elektromagnetische Einwirkungen (Handy, WLAN usw.) als eine der möglichen Ursachen mit einbezogen?
Professor Franz Adlkofer, Verum-Stiftung: Kein Zweifel mehr - UMTS zehnmal mehr genschädigend als GSM-Handystrahlung
BioInitiative: Konsortium aus Top-Wissenschaftlern fordert drastisch tiefere Grenzwerte
Werden wir alle elektrosensitiv? Ein Brief an den Herausgeber der Zeitschrift Electromagnetic Biology and Medicine von Örjan Hallberg (Karolinska Institut, Stockholm) und Gerd Oberfeld (Umweltmedizin Land Salzburg)
Psycho-neurovegetative Effekte bei Anwohnern von Mobilfunk-Basisstationen Eine neue Antennenstudie mit klaren Beschwerden der Antennenanwohner - diesmal aus Ägypten
Benevento-Resolution 31 Wissenschafter aus aller Welt bekennen sich zu biologischen Auswirkungen elektromagnetischer Felder und Strahlung weit unterhalb der offiziellen Grenzwerte
Die Rolle der elektromagnetischen Strahlung bei der Verursachung von Krebs Artikel in der Zeitschrift icon 4/2005 von Olle Johansson
Elektrosensibilität ist in Schweden eine offiziell anerkannte Behinderung
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Der schwedische Forscher Dr. Olle Johansson hielt am 10. September 2008 am Institute of Physics (IOP) in London den Vortrag
Aspekte aus Studien über Elektrohypersensitivität als funktionelle Behinderung*
Darin fasste er die bisherige Forschung seines Teams an der menschlichen Haut im Zusammenhang mit Elektrosensibilität zusammen. Er hat herausgefunden, dass sich die Haut von Elektrosensiblen von „normaler“ Haut in charakteristischer Weise unterscheidet. Ein Unterscheidungsmerkmal sind die sogenannten Mastzellen, die im Zusammenhang mit Allergien eine Bedeutung haben. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Elektrosensibilität eine physiologische Tatsache ist. Die verhängnisvolle Psychiatrisierung der Elektrosensiblen, wie sie vor allem auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO betrieben wird, hat keinerlei wissenschaftliche Grundlage und sollte entschieden bekämpft werden.
In seinem Vortrag hielt Olle Johansson auch ein engagiertes Plädoyer dafür, dass die elektrosensiblen Menschen in ihrer Behinderung, die sie täglich in vielen Dingen erleben müssen, ernst genommen werden. Die staatliche Anerkennung der Elektrosensiblen als Behinderte muss jetzt in der Praxis in eine gelebte Gleichberechtigung umgesetzt werden. Noch fehlt es hierfür an Ausführungsbeschlüssen und Informationsarbeit. Allzu oft müssen sich die Betroffenen die Beachtung ihrer Rechte mühsam zu erkämpfen versuchen. Behörden und Ärzte müssen nun lernen, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. In der ganzen Bevölkerung muss ein Bewusstseinsprozess ausgelöst und gefördert werden.
Außerdem forderte er die Finanzierung von der Industrie gänzlich unabhängiger Forschungsprojekte, um die Auswirkungen der elektromagnetischen Felder auf die öffentliche Gesundheit vor allem beim empfindlichen Bevölkerungsteil zu erkunden. Zu diesem Thema folgt ein Auszug aus einem Interview von Leif Södergren mit Prof. Olle Johansson von 2001, veröffentlicht unter www.feb.se/ARTICLES/OlleJ.html:
Olle Johansson: Im Fall des Schutzes vor elektromagnetischen Feldern ist das Handeln unter dem Gesichtspunkt des Vermeidens und des Vorsorgeprinzips vorrangig. Alles andere wäre hoch riskant! Vollkommene Transparenz bezüglich Informationen ist hier das Schlüsselwort. Ich glaube, die Benutzer haben genug davon, dass sie die volle Wahrheit immer erst Jahre nach der bereits eingetretenen Katastrophe erfahren. Seien wir uns bewusst, dass der heute empfohlene Richtwert für Mobiltelefone, der SAR-Wert, bloß eine Empfehlung ist, kein Sicherheits-Grenzwert. Da Wissenschaftler biologische Effekte bereits bei Strahlungswerten von 20 Mikrowatt/kg beobachten, wie kann es dann unschädlich sein, Menschen mit 2 Watt/kg (also 100'000-mal stärker!) zu bestrahlen, wie es jene Empfehlung zulässt? Außerdem ist es doch äußerst sonderbar, dass hoch relevante wissenschaftliche Informationen in verschiedenen offiziellen Dokumenten immer wieder heruntergespielt oder sogar ganz weggelassen werden, und dies bis auf Regierungsebene. Das hilft den Benutzern überhaupt nichts. Dennoch lautet die inoffizielle Begründung der Experten und Politiker sehr oft: „Wenn wir (= die Experten) alles an die Öffentlichkeit hinaus ließen, dann würde das die Leute sehr erschrecken, und sie bekämen Panik.“ – Ich persönlich habe allerdings nie gesehen, dass das vorgekommen wäre. Was ich aber sehr oft gesehen habe, ist eine große Enttäuschung von Bürgern, die hinterher entdeckt haben, dass sie von ihren eigenen Experten und Politikern getäuscht wurden...
Ein weiteres Missverständnis ist es, wissenschaftliche Studien zu gewichten und gegeneinander aufzurechnen (wie es die Tabakindustrie während vieler Jahre tat). Aber NIEMALS kann eine Studie, die keinen gesundheitsschädlichen Effekt zeigt, eine Studie aufwiegen, die einen solchen Effekt gefunden hat! Dies ist ein Missverständnis, das von Repräsentanten der Industrie und von Behörden leider sehr oft benutzt wird. Die Allgemeinheit kann mit einer solchen Argumentationsart natürlich leicht getäuscht werden. Aber wenn man von einer giftigen Schlange gebissen wird, was helfen dann alle harmlosen Schlangen rundum, und wären es Millionen?
Übersetzung des Interview-Auszuges: Bürgerwelle Schweiz, Juli 2010
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Deutsche Übersetzung der Originalpublikation von O. Johansson
Englische Originalversion der Publikation von O. Johansson
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Mobilfunk: Zivil unschädlich – militärisch eine nicht-tödliche Waffe
TETRA-Polizeifunk: Der Trower-Bericht 2001
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Im September 2001 wurde der Wissenschaftler Barrie Trower vom britischen Polizistenverband beauftragt, einen Bericht über die gesundheitlichen Aspekte des für die Einführung geplanten TETRA-Funksystems zu schreiben. In diesem (jetzt auf deutsch vorliegenden) TETRA-Bericht stellt Trower am Schluss fest, „... dass es eine Menge Informationen gibt, die auf eine Schädlichkeit langdauernder niedrigintensiver Mikrowellenbestrahlung für die Gesundheit hinweisen.“ Trower gibt folgende Empfehlungen:
- Bildung einer völlig unabhängigen Wissenschaftlergruppe als Vertretung der Polizei;
- Durch die Versicherung gedeckter, voller Schadenersatz in Bezug auf jedes denkbare gesundheitliche Langfristrisiko für die Polizeibeamten infolge TETRA;
- Volle Zugänglichkeit sämtlicher Dokumente über die Sicherheit von TETRA für die Polizei;
- Einführungsstopp für TETRA, bis weitere Forschungen über die Unschädlichkeit durchgeführt worden sind; letztgültiger Entscheid durch die Polizei selber, ob sie TETRA will.
Trower arbeitete für die britische Regierung während 11 Jahren in der Befragung von Spionen, die mit Mikrowellen-Kriegführung zu tun hatten. Er ist nach eigener Aussage einer der Spezialisten, die am meisten wissen über die spezifischen psychischen und gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter Arten von elektromagnetischer Strahlung, insbesondere der Aussendung von in bestimmter Weise gepulsten Mikrowellen.
Die heutige Mobilfunkstrahlung besteht ebenfalls aus gepulsten Mikrowellen. Die Pulsfrequenz zum Beispiel des TETRA-Mobilteils liegt bei 17,6 Hertz, also innerhalb desselben Frequenzbereiches wie bei den mit niedrigintensiver, langsam gepulster Strahlung arbeitenden Mikrowellenwaffen. Diese repräsentieren eine Kategorie der sogenannten „nicht-tödlichen Waffen“ (engl. non-lethal weapons)*. Auch die Strahlungsintensitäten dieser Waffen liegen etwa im selben Bereich wie beim Mobilfunk. Es handelt sich daher nicht um eine Waffenstrahlung mit thermischen Wirkungen im Körper (Erwärmung des Körpergewebes), sondern um biologische Wirkungen auf den Körper und seine Funktionen.
Unter dem Titel „Das absolute Paradoxon“ schreibt Trower in seinem Bericht: „Wie kann ein System mit gepulster Mikrowellenstrahlung eine Krankheit oder Tod bringende Waffe sein – und zugleich, unter Anwendung derselben Frequenzen sowie bei (außer im Nah-Einsatz) ähnlich niedriger Strahlungsintensität als ein unschädliches Kommunikationsmittel verwendet werden?“
Trower zitiert aus einem Dokument des öffentlichen britischen Fernsehsenders Channel 4 vom 05.02.01: „Die Regierung wurde im letzten Jahr [bezüglich TETRA] gewarnt. Der zum Thema Mobilfunk herausgegebene Stewart Report empfahl Untersuchungen über gepulste Signale und schlug vor, diese Technologie zu vermeiden (…) Als Vorsichtsmaßnahme sollte eine Amplitudenmodulation (Pulsmodulation) im Bereich von 16 Hertz möglichst vermieden werden.“ Und weiter: „Was die Frequenz von 17,6 Hertz macht, ist nichts anderes als ein Duplikat der Mikrowellenwaffen, die man auf Waffenmessen kaufen kann. Wenn man also eines dieser Geräte benutzt, so setzt man jedes Mal eine kleine Mikrowellenwaffe an seinen Kopf.“ Das Dokument schließt: „Aber man weiß genug, um in berechtigter Weise zu fragen, warum dieses System eingeführt wird, bevor eine ordnungsgemäße Forschung durchgeführt wurde in Bezug auf einen Effekt, der nicht nur aus dem Rahmen aller bestehenden Vorschriften fällt, sondern den die Berater der Regierung in Sachen Mobilfunk derart wichtig finden, dass sie empfehlen, eine Technologie nicht anzuwenden, von der die Militärbehörden offensichtlich glauben, dass sie potent genug ist, um damit nicht-tödliche Waffen zur Zerstörung der Psyche der Zielobjekte bauen zu können.“
*Öffentlich erwähnt wird meist nur die andere Kategorie von leistungsstarken Mikrowellenwaffen, zu der z.B. die einen extremen Hitzeschmerz verursachende „ADS“-Waffe (Active Denial System) gehört, von der auch in der Tagespresse berichtet wurde.
Dokumente:
Trower, B. (2001): Vertraulicher Bericht über TETRA, ausschließlich für die Polizei von England und Wales. Deutsche Übersetzung.
Offener Brief von Barrie Trower vom 14.01.09 (mit Interview-Auszug vom 19.04.2010). Deutsche Übersetzung.
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Neuer Bericht der internationalen EMF-Arbeitsgemeinschaft
Mobiltelefone verursachen Hirntumor
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Deutsche Übersetzung des Berichtes
Englische Originalversion des Berichtes
Berkeley, Kalifornien (USA) & Sutton Coldfield, England
25. August 2009
Ein neuer Bericht mit dem Titel
Mobiltelefon und Hirntumor: 15 Gründe zur Sorge
Wissenschaft, Meinungsmache und die Wahrheit hinter Interphone
(Cellphones and Brain Tumors: 15 Reasons for Concern – Science, Spin and the Truth Behind Interphone) ist heute von einer Arbeitsgemeinschaft internationaler EMF-Aktivisten veröffentlicht worden. Zu den mit dem Bericht in Verbindung stehenden Gruppierungen gehören Powerwatch und der Radiation Research Trust in Großbritannien sowie das EMR Policy Institute, ElectromagneticHealth.org und die Peoples Initiative Foundation in den USA.
Das Exposé behandelt die Forschung zu Mobiltelefonen und Hirntumoren und kommt zu folgenden Schlüssen:
- Es besteht ein Risiko, durch die Nutzung eines Mobiltelefons Hirntumor zu bekommen;
- Die durch die Telekommunikationsbranche finanzierten Studien unterschätzen das Hirntumorrisiko;
- Bei Kindern ist das Hirntumorrisiko noch grösser als bei Erwachsenen.
Dieser Bericht, der an führende Regierungsvertreter und die Medien geschickt wurde, führt 11 Designmängel der durch die Telekommunikationsbranche finanzierten, in 13 Ländern durchgeführten Interphone-Studie auf.
Die 1999 begonnene Interphone-Studie sollte die Hirntumorrisiken ermitteln. Die vollständige Veröffentlichung der Ergebnisse wurde jedoch vier Jahre lang zurückgehalten. Die bis jetzt veröffentlichten Teile dieser Studie decken auf, was die Autoren „systemisch schützende Verfälschung“ nennen: Die Hirntumorrisiken wurden darin durchwegs stark unterschätzt.
Zu den Mängeln des Studiendesigns gehört, dass Probanden, die Schnurlostelefone verwendeten (welche eine ähnliche Mikrowellenstrahlung abgeben wie Mobiltelefone) als „unbelastet“ eingestuft wurden, dass viele Arten von Hirntumoren nicht einbezogen wurden, dass Personen nicht mit einbezogen wurden, die bereits verstorben oder aufgrund ihrer Tumore zu krank waren, um befragt zu werden, und dass Kinder und Jugendliche, die besonders anfällig sind, nicht eingeschlossen wurden.
Lloyd Morgan, Hauptautor des Berichtes und Mitglied der Bioelectromagnetics Society, sagte:
„Bei der Mobilfunkbestrahlung handelt es sich um das größte Experiment aller Zeiten mit der menschlichen Gesundheit, an dem etwa vier Milliarden Personen ohne Einverständniserklärung teilnehmen. Die Wissenschaft hat ein erhöhtes Risiko für Hirntumoren sowie für Augenkrebs, Speicheldrüsentumoren, Hodenkrebs, das Non-Hodgkin-Lymphom und Leukämie aufgrund der Verwendung von Mobiltelefonen nachgewiesen. Die Öffentlichkeit muss informiert werden.“
Zu den internationalen Wissenschaftlern, welche den Bericht „Cellphones and Brain Tumors: 15 Reasons for Concern“ als Erstunterzeichner unterstützen, gehören Ronald B. Herberman, MD (Direktor im Ruhestand des Krebsinstituts der University of Pittsburgh), David Carpenter, MD (Direktor des Instituts für Gesundheit und Umwelt der University of Albany), Martin Blank, PhD (Privatdozent für Physiologie und zelluläre Biophysik an der Columbia University), Prof. Yury Grigoriev (Vorsitzender des russischen nationalen Komitees für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung), Prof. Franz Adlkofer (Leiter der REFLEX-Studie über Gentoxizität von Mobilfunkstrahlung) und viele andere.
Der in englischer Sprache veröffentlichte Originaltext des Berichtes ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur der englische Originaltext ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion gemäss der Veröffentlichung ab.
Der obenstehende Text ist eine leicht verbesserte und ergänzte Fassung der auch in einer deutschen Version publizierten Pressemitteilung der Herausgeber des Berichtes.
www.buergerwelle-schweiz.org
16.09.2009
Vollständige deutsche Übersetzung des 38-seitigen Berichtes als pdf-Datei, 652 kB
Englischer 38-seitiger Originalbericht als pdf-Datei, 440 kB
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Eine Telekom-Strategie
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Von Örjan Hallberg*, Hallberg Independent Research, August 2009
Bei meiner Arbeit in der Firma Ericsson als Leiter des Umwelt-Ressorts der beiden grössten Geschäftsbereiche Festnetz und Mobiltelefonie musste ich sämtliche Umweltaspekte unserer Arbeit berücksichtigen – mit einer einzigen Ausnahme: der Einfluss der elektromagnetischen Strahlung. Dieses besondere Gebiet wurde durch speziell eingesetzte Experten bearbeitet, welche der Firmenleitung immer genau das sagten, was sie hören wollte: Strahlung ist gesundheitlich unschädlich.
Aber mit der Zeit sammeln sich die Fakten doch an. Die Experten sind keine Dummköpfe, und die Firmenleitung auch nicht. Doch all die Tausenden von Milliarden Dollars, die in die Antennenmasten hineingesteckt worden sind, müssen ihren Dienst so lange als möglich tun. Daher braucht es eine Strategie, die genauestens befolgt werden muss. Und das ist die Strategie:
- Die oberste Firmenleitung braucht eine Expertengruppe, der vertraut werden kann, dass sie immer das Richtige sagt. Mobiltelefone sind vollkommen unschädlich.
- Nur eine einzige nationale Behörde soll das Recht haben, etwas über mögliche gesundheitliche Risiken von Mobiltelefonen und Sendeanlagen zu sagen. Diese Behörde ist die Strahlenschutzbehörde. Alle anderen Behörden müssen sich auf die Strahlenschutzbehörde beziehen. Ihre eigenen Ansichten zu dieser Sache dürfen sie nicht publizieren.
- Die Strahlenschutzbehörde muss sich auf eine besondere Gruppe ausgewählter Experten stützen können, nämlich solcher, die dafür bekannt sind, dass sie das Richtige sagen. Studien mit Hinweisen auf Probleme werden in den zusammenfassenden Literaturstudien dieser Experten nicht erwähnt. Mobiltelefone sind unschädlich.
- Die Experten dieser besonderen Gruppe sollten möglichst Mitglieder der ICNIRP sein. Diese Organisation wird finanziert von der Mobilfunkindustrie und ist ein sehr wichtiges Werkzeug geworden, da sie die Strahlungsgrenzwerte so hoch angesetzt hat, dass diese für die Mobilfunkindustrie nie ein Problem darstellen werden. Mobiltelefone sind unschädlich.
- Die Telekommunikationsindustrie entwickelt mittlerweile neue Telefonsysteme, damit sie gerüstet ist, wenn es offensichtlich wird, dass die bisherigen Mobiltelefone und die Gesundheit nicht unbedingt so gut zusammenpassen, wie man dachte. Patente für die Begrenzung der Strahlungsleistung und für IR/UV-Systeme werden eingereicht, aber unter Verschluss gehalten, solange die Behörden nicht nach besseren und sichereren Produkten fragen. Mobiltelefone sind unschädlich.
- Um möglichst viel Zeit für die Entwicklung und Einführung neuartiger Telefonsysteme zu gewinnen, muss dafür gesorgt werden, dass Jahrzehnte lang Studien laufen, bevor daraus irgendwelche Folgerungen gezogen werden können. Ein Beispiel dafür ist die Interphone-Studie, ein anderes die COSMOS-Studie. Falls diese Studien je gesundheitliche Auswirkungen zeigen sollten, so werden wir bis dann so oder so neue und bessere Mobilfunksysteme haben. In der Zwischenzeit sind die Mobiltelefone unschädlich.
- Wenn die neue IR/UV-Mobiltelefongeneration fertig entwickelt sein wird, wird man Wert darauf legen, die Vorteile dieses Systems auch unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit hervorzuheben. Dies wird bei der Vermarktung des neuen Systems und beim Verkauf weiterer 6 Milliarden Mobiltelefone mithelfen. Jetzt wird die Expertengruppe der Strahlenschutzbehörde einen Bericht herausgeben dürfen, in welchem steht, dass aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge ein Wechsel zum neuen System nötig sei. Aber das neue Mobilfunksystem werde vollkommen unschädlich sein.
* Örjan Hallberg betreibt seit November 2001 ein eigenes, unabhängiges Forschungsinstitut. Vorher arbeitete er während Jahrzehnten bei Ericsson als Leiter in den Ressorts Qualitätssicherung und Umweltverträglichkeit. Seit Februar 2003 arbeitet er Vollzeit für Hallberg Independent Research, hir.nu. Mit seinen Studien erforscht er vor allem die Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Erkrankungen, dies insbesondere auch auf dem Gebiet der elektromagnetischen Strahlung.
Übersetzung durch www.buergerwelle-schweiz.org
18.08.09
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BioEM 2009 – Kongress der Bioelectromagnetics Society BEMS und der European BioElectromagnetics Association EBEA vom 14.-19. Juni 2009 in Davos
Effekte elektromagnetischer Felder: Stand der Forschung
Höhepunkte von der BioEM 2009
von Lloyd Morgan*
die 8-seitige Übersetzung des Berichtes von Lloyd Morgan
"Highlights of BEMS/EBEA Meeting Davos, Switzerland 14-19 June 2009"
als pdf-Datei
* Lloyd Morgan ist Mitglied im Direktorium des Zentralen Hirntumorregisters der USA (www.cbtrus.org) in der Funktion als Patientenvertreter. Er ist Mitglied der Bioelectromagnetics Society BEMS (www.bioelectromagnetics.org) und ehrenamtlicher Mitarbeiter der National Brain Tumour Foundation (www.braintumor.org). Ursprünglich Elektronik-Ingenieur, hat er sich seit 1995 auf das Studium des Zusammenhangs von elektromagnetischen Feldern und Gesundheitsproblemen konzentriert. In Vertretung dieses Aspektes besucht er jährlich mehrere Wissenschaftstreffen wie zum Beispiel diejenigen der Bioelectromagnetics Society, der Neuro-Oncology Society, der American Academy of Environmental Medicine und des Brain Tumor Epidemiology Consortium.
Die BioEM 2009 als ein Brennpunkt der internationalen Forschung
Von Peter Schlegel
Der Bericht von Lloyd Morgan wirft Streiflichter auf ein grosses Wirkungsfeld, trifft aber zentrale Punkte. Sein Autor ist nicht an eine industrielle Interessengruppe gebunden und nicht von Forschungsgeldern abhängig. Dies erlaubt ihm, eine gewisse kritische Haltung zu vertreten. Von seinem kompetenten Durchblick konnte ich mich in einem fünfstündigen Gespräch am 17. Juni 2009 in Davos überzeugen.
Die in Davos vereinigte Scientific Community ist vielgestaltig. Jeder Forscher bewegt sich auf seine Art im Spannungsfeld zwischen Industriemacht und Verantwortung für die menschliche Gesellschaft. Nach aussen dringt davon allerdings wenig. Die öffentliche Meinung wird gerade auch bezüglich Gesundheitsrisiken infolge elektromagnetischer Felder (EMF) durch das von der Industrie geprägte Mantra „Nichtthermische Effekte sind nicht bewiesen“ beherrscht. Dennoch gibt es immer mehr Forscher, welche die in der Praxis evidenten gesundheitsschädlichen Auswirkungen etwa des Mobilfunks oder der Hochspannungsleitungen als Motiv für ihre Arbeit ernst nehmen. Manche von ihnen warnen öffentlich vor den Auswirkungen der EMF.
Die Interphone-Studie über Mobiltelefonnutzung und Hirntumor ist ein Kristallisationspunkt für diese Auseinandersetzungen innerhalb der Scientific Community. Die Publikation der Synthese aller Interphone-Einzelstudien ist seit 2006 überfällig, weil sich unter den beteiligten Forschern zwei Lager gegenüberstehen: Die einen fühlen sich verantwortlich, die Resultate zu publizieren, die andern wollen sie zurückhalten. Denn das Fazit ist ein erhöhtes Hirntumorrisiko bei mehr als 10-jähriger Nutzung des Mobiltelefons. Wegen mehrerer Mängel des Interphone-Protokolls, an dessen Vorgaben sich jedes Studiendesign halten musste, scheint zwar das Risiko nur leicht erhöht zu sein. Werden diese Mängel jedoch kompensiert, ist das Hirntumorrisiko für Langzeitnutzung deutlich bis massiv erhöht. Eine neuste Studie von Hardell/Carlberg, ausserhalb des Interphone-Programms mit verbessertem Studiendesign durchgeführt, ergibt denn auch ein 5.2-faches Hirntumorrisiko (Astrozytom) für über 10-jährige Mobiltelefonnutzung bei Erstnutzung im Alter von unter 20 Jahren (www.spandidos-publications.com/ijo/35/1)
Nachstehend soll der – sicher unvollständige – Versuch unternommen werden, wesentliche Ergebnisse der BioEM 2009 in Davos anhand des Berichtes von Lloyd Morgan zusammenzufassen und auf eine Charakterisierung der gesamten Forschungssituation auszuweiten:
- Das Militär will hohe Grenzwerte für elektromagnetische Immissionen, da sonst der Einsatz mancher moderner Gefechtstechniken erschwert oder verunmöglicht würde. – Öffentlich erwähnt werden nur diejenigen Techniken sogenannt „nicht letaler“ elektromagnetischer Waffen, die mit hohen Strahlungsleistungen arbeiten. Die mit geringen Strahlungsintensitäten, aber mit speziellen Modulationen der Trägerfrequenzen arbeitenden Waffen bleiben öffentlich unerwähnt.
- Von der Industrie und teilweise auch vom Staat finanzierte Forschung findet meist „keine Effekte“. Die vorliegend genannten Namen Auvinen, Chou, Finnie und Kavet stehen für zahllose weitere. Es lässt aufhorchen, dass solche Forscher in ihren Negativstudien andere Arbeiten mit positiven Forschungsergebnissen zuweilen gezielt in Zweifel ziehen und subtil diskreditieren, wie es hier z.B. Dr. Finnie tut. Und Joe Morrissey verteidigt das Industrie-Mantra, wonach es keine gesicherten nichtthermischen EMF-Effekte gebe, mit manipulativer Unverfrorenheit. – Es fällt auf, dass „Nulleffekt“-Studien über Jahre hinweg immer wieder mit denselben Forschernamen oder Forschungsinstituten verbunden sind.
- Andere Forscher stehen unbeirrt zu ihren positiven Resultaten, zum Beispiel Leif Salford (Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke BHS) und Franz Adlkofer (gentoxische Effekte von Mobilfunkstrahlung). Es wundert nicht, dass die Industrie gerade gegen diese beiden Ergebnisse Sturm läuft. Ihre gezielte Diskreditierung der Forschung Adlkofers und Hugo Rüdigers mittels – nachweislich unhaltbaren – Fälschungsvorwürfen gegen Studien über die Gentoxizität von GSM- und UMTS-Strahlung zeigt, wovor sie am meisten Angst hat. Und diese Angst der Industrie ist umso grösser, als auf beiden Gebieten, BHS und Gentoxizität, neben den Mobiltelefonen nun auch die Basisstationen („Antennen“) ins Visier geraten. Die grösste Durchlässigkeit der BHS hat sich im Experiment nicht bei der höchsten Strahlung, sondern bei den relativ niedrigen Immissionen ergeben, welchen man als Passivtelefonierender (analog dem Passivraucher) und als Antennen-Anwohner ausgesetzt ist.
- Mehrfach wurde von der Anwendung sehr schwacher elektromagnetischer Felder mit spezifischen, genau definierten Pulsfrequenzen und -mustern in der medizinischen Therapie berichtet. Dies ist ein schlagender Beweis für die Existenz nichtthermischer Effekte infolge pulsmodulierter Niedrigstrahlung weit unterhalb der staatlichen Grenzwerte. Doch was nützlich ist, kann in abgewandelter Form auch schaden. Mobilfunkstrahlung ist ebenfalls pulsmodulierte Niedrigstrahlung. Die Pulsfrequenz von WLAN-Routern im Standby liegt sogar im Bereich der Alpha-Gehirnwellenfrequenz von 8-12 Hertz. Breitbandsignale wie UMTS, DVB-T, WiMAX usw. haben eine sehr hohe Dynamik der extrem kurzen Einzelsignale. Die Erforschung der Gesundheitsrisiken muss sich nun endlich den Modulationen der Trägerfrequenzen zuwenden, wie es einerseits in der Erforschung der medizinisch-therapeutischen Anwendungen, andererseits leider auch in der – der Öffentlichkeit völlig entzogenen – Entwicklung von Waffen zur Bewusstseinskontrolle schon lange getan wird.
Die Sammlung der Zusammenfassungen aller an die BioEM 2009 eingereichten Studien ist unter http://bioem2009.org/abstract-collection-pdf zu finden.
www.buergerwelle-schweiz.org, 12.07.09
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Neue Studie des Schweizerischen Nationalfonds über die elektromagnetische Strahlungsbelastung der städtischen Bevölkerung
...und wie die Medienmitteilung das Ergebnis der Studie verzerrt
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Zusammenfassung und Hauptergebnis der Studie als pdf-Datei
Die neuste Studie[1] der Universitäten Bern und Basel bestätigt endlich wissenschaftlich, was allein in der Schweiz Tausende Betroffene aus eigener, schmerzlicher Erfahrung längst wissen: Die Haupt-Strahlungsbelastung der Bevölkerung durch Funkwellen rührt sowohl von den Mobilfunkantennen als auch von den Handys und von den im eigenen Haus, Büro oder Betrieb funkenden Geräten her. Antennen, Handys und Schnurlostelefone verursachen gemäss der Studie die stärksten Strahlungsbelastungen. Und in den Eisenbahnzügen ist die Belastung am grössten.
Allerdings wird der Wert der Studie geschmälert durch den Mangel, wonach das von den Forschern den 166 Probanden mitgegebene Messgerät, ein französisches Exposimeter, bloss die Mittelwerte misst. Das aber genügt für die Bewertung des Gesundheitsrisikos nicht, denn das Geschehen in den menschlichen Körperzellen reagiert im Expositionsbereich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte, d.h. bei der sogenannten „Niedrig“-Strahlung, auf die Spitzenwerte. Dieser Mangel der Messmethode wirkt sich nun vor allem bei der WLAN-Strahlung aus. Deren Einflussanteil wird dadurch stark unterschätzt.
Dazu kommt, dass die Aggressivität der Strahlung für den Organismus von der Art und Frequenz einer Pulsung (oder Taktung) der Strahlung abhängt. Gerade die mit 10 Hertz getaktete WLAN-Standby-Strahlung wird von den immer zahlreicheren Menschen, die auf elektromagnetische Strahlung und Felder mit teils massiven Symptomen reagieren, als besonders aggressiv empfunden[2]. Von der Bedeutung des Einflusses der Pulsung (Taktung) der Strahlung ist in der Studie jedoch nirgends die Rede.
Im Gegenteil, die Studie findet es „beruhigend“, dass die Strahlungsexpositionen „weit unterhalb der ICNIRP-Grenzwerte 1998“ lägen[3], und sie betont das Fehlen eines wissenschaftlichen Nachweises der Schädlichkeit der Strahlung. Solche Aussagen sind angesichts der heutigen Evidenz dieser Schädlichkeit geradezu verantwortungslos, wenn man ihre unhinterfragte Weiterverbreitung durch die Medien bedenkt.
Trotz dieser Mängel könnte die Studie zum Aufwachen von Politik und Behörden beitragen. Aber die Medienmitteilung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF)[4], von dem man doch Unabhängigkeit erwarten müsste, verharmlost und verzerrt das Ergebnis. Ihr Titel „Strahlungsexposition ist vor allem selbst verursacht“ ist grob irreführend. Er ignoriert die Mobilfunkantennen, die in der Studie als gleichwertige Expositionsquelle genannt sind. Dies gleicht der Strategie der Mobilfunkbetreiber, auf die Selbstverantwortung der zugleich uninformiert gehaltenen Bevölkerung abzulenken. Der SNF – unabhängig?
Die Medienmitteilung wird dann eingeleitet durch drei Standardformeln der Mobilfunkindustrie, die der Bevölkerung seit Jahren durch Medien und Behörden eingehämmert werden : „Die neuen Funktechnologien sind von unserem Alltag kaum mehr wegzudenken“ – „Diffuse Ängste in der Bevölkerung“ – „Bisher keine Schäden wissenschaftlich nachgewiesen“. – Was haben diese Formeln hier zu suchen?
Weiter: „Die Strahlung nimmt zu, aber liegt weit unter den Schweizer Grenzwerten.“ Ja, nur schützen uns diese Grenzwerte überhaupt nicht. Strahlungsempfindliche Menschen haben erst unterhalb eines Tausendstels des Schweizer Anlagegrenzwertes[5] Ruhe. Und – konservativ geschätzt – von einem Zehntel dieses Grenzwertes[5] an aufwärts könnte das langfristige Krankheitsrisiko für die ganze Bevölkerung steigen.
Dass der Kommentar der Swisscom, des grössten Schweizer Telekommunikationskonzerns, ebenso abwiegelt, beschönigt und verzerrt, wundert weit weniger[6]. Sein Titel lautet: „Mobiltelefone und schnurlose Telefone strahlen am meisten“ – Auch hier: Wo sind die Antennen geblieben? – In dem zugehörigen, schönen Bild steht dann doch ein Antennenmast, poetisch verklärt, malerisch sich abhebend vor dem Widerschein der aufgehenden Sonne eines klaren Gebirgsmorgens. Die Raffinesse der Werbeabteilung...
Der Schlussatz „Bei der nichtionisierenden Strahlung handelt es sich um elektromagnetische Wellen, die im Gegensatz zur ionisierenden, radioaktiven Strahlung nicht die Energie aufweisen, Atome zu verändern“ ist ebenfalls eines der Dogmen der Mobilfunkindustrie. Es lenkt davon ab, dass elektromagnetische Wellen sehr wohl die Erbsubstanz schädigen können. Denn Chromosomen-Strangbrüche infolge Mobilfunkstrahlung sind erwiesen – Krebsförderung durch Mobilfunkstrahlung wird wahrscheinlich.
Nachzutragen ist, dass seit dem Abschluss der Messreihe dieser Studie (Februar 2008) noch mehr Belastung dazukam: Die Zahl der privaten WLAN-Anlagen ist gleichsam explodiert. Internetfähige Mobilgeräte wie das iPhone und dergleichen sowie Laptops mit USB-Steckmodem haben den Datenbetrieb über die UMTS-Mobilfunknetze vervielfacht. Das (kaum genutzte!) digitale Handyfernsehen DVB-H strahlt sehr leistungsstark von hohen Sendetürmen herunter. Und ein Ende der Steigerung ist nicht abzusehen.
Verfasst von Peter Schlegel, www.buergerwelle-schweiz.org 28.05.09
[1] Frei, P. et al: Temporal and spatial variability of personal exposure to radio frequency electromagnetic fields; doi:10.1016/j.envres.2009.04.015
[2] Die Frequenz der im EEG gemessenen Alpha-Gehirnwellen beträgt 8-12 Hertz
[3] ICNIRP: Für die Gesamtstrahlung an beliebigem Ort geltender Grenzwert von max. 61 V/m, in der Schweiz „Immissionsgrenzwert“ genannt
[4] Medienmitteilung des SNF: www.snf.ch/D/NewsPool/Seiten/mm_09may27.aspx
[5] Für eine einzelne Sendeanlage in den umliegenden Gebäuden geltender Grenzwert von 3 – 6 V/m, in der Schweiz „Anlagegrenzwert“ genannt
[6] Kommentar der Swisscom zur Studie siehe www.bluewin.ch/de/index.php/408,151288/
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18821198?dopt=Abstract
Electromagn Biol Med. 2008;27(3):215-29.
Blood-brain barrier permeability and nerve cell damage in rat brain 14 and 28 days after exposure to microwaves from GSM mobile phones.
diese Zusammenfassung als pdf-Datei
Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke und Schädigung von Nervenzellen in Rattengehirnen 14 und 28 Tage nach Exposition mit Mikrowellen von GSM-Mobiltelefonen
Eberhardt JL, Persson BR, Brun AE, Salford LG, Malmgren LO.
Abteilung für medizinische Strahlungsphysik, Universitätsklinik Lund, Schweden.
Jacob.Eberhardt@med.lu.se
Wir untersuchten die Auswirkungen einer Exposition mit Mikrowellen des Global System for Mobile Communication (GSM) Standards auf die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke und auf Anzeichen neuronaler Schädigung bei Ratten mittels eines im 900 MHz-Band programmierbaren GSM-Mobiltelefons. Neunundsechzig nicht anästhesierte Ratten wurden entweder real exponiert oder scheinexponiert, dies in TEM-Zellen während 2 Stunden bei spezifischen Ganzkörper-Absorptionsraten (SAR) von 0.12, 1.2, 12 oder 120 mW/kg. Die Ratten wurden entweder 14 oder 28 Tage nach der Exposition geopfert, und es wurde der Austritt von Albumin, dessen Aufnahme in die Neuronen und die Häufigkeit geschädigter Neuronen festgestellt. Albuminaustritt und Aufnahme in die Neuronen waren verstärkt nach 14 Tagen (Kruskal-Wallis-Test: p = 0.02 resp.0.002), aber nicht nach einer Erholungszeit von 28 Tagen. Andererseits war die Häufigkeit dunkler Neuronen später, nach 28 Tagen, erhöht (p = 0.02). Überdies korrelierte die neuronale Albuminaufnahme in den 28-tägigen Gehirnen signifikant mit der Häufigkeit geschädigter Neuronen (Spearman r = 0.41; p < 0.01).
Übersetzung Bürgerwelle Schweiz
13.11.08
Mobilfunkantennen erhöhen das Risiko
für „Kälberblindheit“ (Grauer Star = nukleärer Katarakt)
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Verbreitung von nukleärem Katarakt bei Schweizer Schlachtkälbern
(Prevalence of nuclear cataract in Swiss slaughter calves)
Inaugural-Dissertation von Franziska Jud, Tierärztin
Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich, 2007
Zusammenfassung
Ziel: Ermittlung der Verbreitung und der Ätiologie [Krankheitsursachen] von nukleärem Katarakt [Grauem Star] bei Schweizer Schlachtkälbern.
Material und Methoden: 253 frisch geschlachtete Kälber wurden mit Spaltlampen-Mikroskopie untersucht. Die vom nukleären Katarakt betroffenen Linsen wurden histologisch untersucht. Die Aktivität von Glutathionperoxidase, Katalase und Superoxid-Dismutase im Kammerwasser wurde gemessen. Alle Kälber wurden auf BVD, N. caninum [Neospora] und T. gondii [Toxoplasma] getestet. Da in der Schweiz jedes Kalb mit einer Ohrmarke gekennzeichnet ist, wurden die vollständigen Stammbäume beschafft. Es wurde versucht, einen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen des nukleären Katarakts und der Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen zu ermitteln.
Ergebnisse: 81 (32%) der 253 Kälber hatten nukleären Katarakt mit verschiedener Charakteristik. Es wurde kein Zusammenhang mit infektiösen Erregern gefunden. Die Stammbaumanalyse war ergebnislos. Mehr männliche Kälber waren betroffen. In der histologischen Untersuchung wurden bei 62 von 100 Linsen Anzeichen von Katarakt gefunden. Die Aktivität der Glutathionperoxidase im Kammerwasser der Katarakt-Augen war signifikant erniedrigt (p=0.03). Ein Zusammenhang zwischen dem Einfluss von Mobilfunk-Basisstationen und nukleärem Katarakt zeigte sich ab dem ersten Trimester der Trächtigkeit.
Diskussion: Katarakt ist bei Schlachtkälbern in der Schweiz stark verbreitet. Die für die Diagnose geeignete Methode ist die Spaltlampen-Mikroskopie. Die Sensitivität der histologischen Untersuchung ist niedrig (62%). Die statistisch signifikant erniedrigte Aktivität der Glutathionperoxidase in den Augen mit Katarakt erlaubt die Annahme, dass das Auge unter oxidativem Stress steht. Wir zeigten, dass das Risiko für nukleären Katarakt bei Kälbern mit dem Einfluss von Mobilfunk-Basisstationen während der Organentwicklung zusammenhängt.
(Übersetzung durch Bürgerwelle Schweiz)
Forschungsdatenbank der Universität Zürich:
http://www.forschungsportal.ch/unizh/p5596.htm
Kommentar der Bürgerwelle Schweiz:
Anlass für diese Studie war das gehäufte Vorkommen von Grauem Star („Kälberblindheit“) auf einem Bauernhof der Stadt Winterthur in Reutlingen. Auf der Tabakscheune dieses Hofes wurde 1999 eine Mobilfunk-Basisstation für GSM 1800 montiert und in Betrieb gesetzt. Aufgrund der von diesem Zeitpunkt an einsetzenden, schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Mensch und Tier auf diesem Pachtbetrieb kämpfte der Bauer Hans Sturzenegger während Jahren unter Einsatz von viel Zeit und Geld gegen diese Antenne – mit Erfolg. Der „Beobachter“ berichtete darüber:
Beobachter Nr. 25/2006: „Die erste Antenne ist gefallen“
"Nach jahrelangem Hin und Her baut Orange eine Mobilfunkantenne ab, obwohl der Vertrag noch läuft. Sind kranke Kälber daran schuld? Ein Kalb mit nur einem Auge und defekter Lunge. Ein blindes und eines mit schlechten Augen. 31 Kälber mit grauem Star. Eins mit Blutungen und Husten, eins mit Durchfall und einem zusammengebrochenen Immunsystem. Zwei Kühe mit Abszessen und drei mit defektem Immunsystem, Blutungen und Gelenkproblemen. Vier Totgeburten und Verendete und drei Notschlachtungen – Bauer Hans Sturzenegger hatte in den letzten sieben Jahren viel Pech im Stall.“ (Auszug aus dem Beobachter-Artikel)
Messungen der Bürgerwelle Schweiz vom 4. März 2003:
Strahlungsimmissionen infolge Mobilfunk GSM:
- Im Vogelnest oben in der Tabakscheune 0.63 V/m (1050 µW/m2)
- Auf der Weide 90 m östlich der Tabakscheune 0.59 V/m (920 µW/m2)
- Im Stall 0.05 V/m (7 µW/m2)
- In der Wohnung 0.02 ... 0.60 V/m (1.4 ... 950 µW/m2)
Turmfalke und Schleiereule verliessen ihre Nester nach Einschaltung der Antenne (1999).
Auch Hans und Hildegard Sturzenegger hatten Beschwerden und Krankheitserscheinungen (Weichteilrheuma, Schwindel, Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Ohrgeräusche).
Dies alles geschah bei maximal einem Zehntel des Schweizer Anlage-Grenzwertes von 6 V/m.
Folgerungen aus der Studie von F. Jud:
Das Ergebnis dieser Studie ist wiederum ein Hinweis darauf, dass die gesetzlichen Grenzwerte viel zu hoch sind, um Mensch und Tier vor elektromagnetischer Strahlung und Feldern zu schützen. Diese Grenzwerte beruhen auch in der Schweiz auf der durch die ICNIRP und die WHO in die Welt gesetzten und vom offiziellen Wissenschaftsbetrieb vertretenen Meinung, nur die thermischen Effekte auf das Körpergewebe seien wissenschaftlich ausreichend erwiesen. Die WHO lenkt ausserdem vom Elektromagnetismus als Gesundheitsrisiko ab. Im Faktenblatt Nr. 296 empfiehlt die WHO, behauptete Symptome infolge Elektrosensibilität seien mit psychologischen bzw. psychopathologischen Zusammenhängen zu erklären.
Die vorliegende Studie ist ein weiterer Baustein zur Widerlegung dieser weltweit verbreiteten und von den Behörden vertretenen Meinungen:
ist diese Studie ein weiterer Hinweis dafür, dass es die nichtthermischen, biologischen Wirkungen des Elektromagnetismus auf das Geschehen in den Zellen sind, wodurch die Gesundheit von Mensch und Tier geschädigt wird. Diese Wirkungen stellen sich aber bei sehr viel tieferen Strahlungs- und Feldintensitäten ein als die thermischen Wirkungen, das heisst weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
widerlegt diese Studie die Theorie von psychischen und psychopathologischen Zusammenhängen bei Elektrosensibilität, da solche Zusammenhänge bei Tieren nicht bestehen. Es handelt sich durchaus um physiologische Vorgänge im Organismus, wenn Tiere infolge Mobilfunkstrahlung krank werden.
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Tages-Anzeiger, 10.04.08
Junge Schweizer Männer haben schlechte Spermien
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Bern. – Eine Studie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Hormonaktive Stoffe“ testet 3000 junge Männer auf ihre Fruchtbarkeit. Rund zweieinhalb Jahre, nachdem über das Projekt informiert wurde, sind nun erste Teilresultate bekannt. Und diese fielen überraschend schlecht aus. Denn bei jedem zweiten Stellungspflichtigen lag einer der untersuchten Werte wie etwa Anzahl, Beweglichkeit oder Geschwindigkeit der Spermien unter dem Vergleichswert der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Michel Crausaz, Leiter der Studie von der Fondation Faber in Lausanne, hatte mit einem weitaus besseren Resultat gerechnet, wie er in der Sendung „Rendez-vous“ von Schweizer Radio DRS vom Mittwoch sagte. Er und seine Kollegen stehen vor einem Rätsel: „Im Moment ist es absolut unmöglich, eine Erklärung dafür abzugeben“, räumte Crausaz ein.
Auch lässt sich derzeit noch kaum sagen, was die Ergebnisse genau bedeuten. Wer aber die WHO-Normen nicht erfüllt, muss mit seiner Partnerin wohl zumindest mehr Geduld haben, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen. Laut Crausaz dauert es statt einem oder zwei Monaten vielleicht ein Jahr, bis es zu einer Schwangerschaft kommt.
Die Untersuchungen wurden in den Westschweizer Kantonen gestartet und laufen derzeit in der Ostschweiz. Je nach Region machten laut Divisionär Gianpiero Lupi, dem Oberfeldarzt der Armee, bisher fünf bis zehn Prozent der Stellungspflichtigen mit. Gerechnet habe man ursprünglich aber mit etwa zehn Prozent. (AP)
Kommentar der Bürgerwelle Schweiz: Für einen Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit kommen mehrere Faktoren in Frage. Einer dieser Einflussfaktoren sind die hoch- und niederfrequenten elektromagnetischen Felder und Strahlungen. Unten sind einige der vorhandenen wissenschaftlichen Studien an Menschen aufgelistet, die auf eine Beeinträchtigung der männlichen Fortpflanzungsfähigkeit infolge elektromagnetischer Einwirkungen hinweisen. Bei dreien handelt es sich um den Einfluss von Mobiltelefonen. Dazu gibt es Studien an Tieren (hier nicht genannt). Es ist zu hoffen, dass in der Erhebung der Lebensbedingungen der an der Studie teilnehmenden Schweizer Männer auch die Frage nach dem Gebrauch von Mobiltelefonen und anderen Funkeinrichtungen vorkommt. Dabei ist neben dem Mittragen des eingeschalteten Mobiltelefons im Unterleibsbereich vor allem auch an WLAN zu denken. Im Fall des auf den Oberschenkeln bedienten Laptop-Computers mit aktivierter WLAN-Karte können die Fortpflanzungsorgane Strahlungwerte im Bereich von bis zu einigen Volt pro Meter erhalten.
Eine Auswahl von Studien, die einen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Einwirkungen und einer Beeinträchtigung der Samenqualität fanden
Wdowiak A, Wdowiak L, Wiktor H: „ Evaluation of the effect of using mobile phones on male fertility“. Ann Agric Environ Med. 2007;14(1):169-172.
Erogul O, Oztas E, Yildirim I, Kir T, Aydur E, Komesli G, Irkilata HC, Irmak MK, Peker AF.: „Effects of electromagnetic radiation from a cellular phone on human sperm motility: an in vitro study“. Arch Med Res. 2006 Oct;37(7):840-843.
Fejes I, Zavaczki Z, Szollosi J, Koloszar S, Daru J, Kovacs L, Pal A: „ Is there a relationship between cell phone use and semen quality?“ Arch Androl. 2005 Sep-Oct;51(5):385-393.
Grajewski B, Cox C, Schrader SM, Murray WE, Edwards RM, Turner TW, Smith JM, Shekar SS, Evenson DP, Simon SD, Conover DL: „Semen quality and hormone levels among radiofrequency heater operators“. J Occup Environ Med. 2000 Oct;42(10):993-1005
Lancranjan, Ioana; Maicanescu, Madelaine; Rafaila, Emilia; Klepsch, Iulia; Popescu, H. I.: „Gonadic Function in Workmen With Long-term Exposure to Microwaves“. Health Physics. 29(3):381-383, September 1975.
14.04.08
Bürgerwelle Schweiz
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Professor Franz Adlkofer, Verum-Stiftung: Kein Zweifel mehr - UMTS zehnmal mehr genschädigend als GSM-Handystrahlung
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Pressemitteilung: Bürgerinitiative gegen den Mobilfunkasten
Bismarckstr.57, Stuttgart-West www.der-mast-muss-weg.de
In seiner Vorlesung am 1.10.2007 im Rahmen der Offenen Universität, eines Wissenschaftsforums kritischer Wissenschaftler in Gelsenkirchen, legte Professor Adlkofer erstmalig seine Forschungsergebnisse über die Auswirkungen der UMTS-Strahlung auf menschliche Zellen vor. Er arbeitete heraus, dass der gelungene Nachweis von DNA-Strangbrüchen zusammen mit Mikrokernen an der gentoxischen Wirkung von UMTS-Signalen keinen Zweifel mehr zulässt: „DNA-Strangbrüche treten bereits bei 1/40 des Grenzwertes* auf. UMTS-Signale sind damit fast zehnmal wirksamer als GSM-Signale.“ (*SAR-Wert 2 W/kg)
Damit konnte Professor Adlkofer auch für UMTS erneut das nachweisen, was die REFLEX-Studie, deren Projektleiter er ist, bereits für GSM bestätigte: die Mobilfunkstrahlung schädigt das genetische Material und erhöht damit das Krebsrisiko.
Im Zusammenhang mit seiner Forschung trug er die ersten Ergebnisse der Interphone-Studie vor, die darauf hinweisen, dass das Risiko für Hirntumore nach einer Nutzungsdauer von 10 und mehr Jahren erhöht sein könnte. Dazu unterstrich er die Bedeutung der Ergebnisse der israelischen Forschergruppe um Friedmann (2007), in der erstmals der zellbiologische Mechanismus , wie Mobilfunkstrahlung weit unterhalb der Grenzwerte Zellschädigungen auslöst, nachgewiesen wurde.
Angesichts dieser Erkenntnisse forderte Prof. Adlkofer zum sofortigen Umdenken auf. Er warnte, dass mit der zunehmenden technischen Nutzung elektromagnetischer Felder auf unsere Gesellschaft ein Gesundheitsproblem großen Ausmaßes zukommen könnte. Prof. Adlkofer bezeichnete die Mobilfunkbestrahlung und ihre politische Rechtfertigung als „unkontrollierten und ungeplanten Feldversuch“ an den Menschen.
Mit großer Sorge über die gesundheitlichen Auswirkungen dieses Gefahrenpotentials erklärte Prof. Adlkofer, dass die von zahlreichen Wissenschaftlern bis heute vertretene Vorstellung, dass keine biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung bekannt seien, offensichtlich nicht zutreffend ist. Noch am 6.12.2006 hätte die Strahlenschutzkommission (213.Sitzung) jeden Hinweis auf gentoxische Wirkungen ignoriert. Adlkofer bezeichnete diese Stellungnahme als „völlig unverständlichen Text“.
An die Politik gewandt appellierte er, dass endlich das Vorsorgeprinzip zum Schutze der Bevölkerung von den Entscheidungsträgern in Industrie und Politik anerkannt werden muss. Diese Erkenntnis, nicht beharrliches Leugnen möglicher Risiken, sollte die Grundlage einer zukünftigen Risiko-Kommunikation sein. Tabak, Asbest und Röntgenstrahlen seien Beispiele dafür, dass es Jahrzehnte dauern kann, bis die Wissenschaft endgültige Beweise für ein Gesundheitsrisiko vorzulegen vermag. Rechtzeitiges Handeln könnte uns vielleicht eine späte Lektion ersparen.
Dieser Appell eines der kompetentesten Wissenschaftler kommt zu einem Zeitpunkt, an dem weitere wissenschaftliche Gremien zu denselben Schlussfolgerungen gelangt sind: Die Europäische Umweltagentur, die höchste wissenschaftliche Instanz der EU, stellte in Ihrer Erklärung vom 17.9.2007 das Gefahrenpotential der Mobilfunkstrahlung und die sie begleitende Politik in eine Reihe mit Asbest und PCB . Anlass für diese Erklärung war das Gutachten der weltweiten Forschergruppe „BioInitiative Working Group“ (31.8.2007), die mit ihrer Studie den Beweis der Gesundheitsschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung vorlegte.
Detaillierte Auskünfte über die Studie der Forschergruppe um Prof. Franz Adlkofer sind bei ihm persönlich anzufragen: www.verum-foundation.de.
V.i.S.d.P.: Peter Hensinger, Bismarckstr.63, 70197 Stuttgart
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BioInitiative:
Konsortium aus Top-Wissenschaftlern
fordert drastisch tiefere Grenzwerte
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Die heute gültigen Grenzwerte, die die Bevölkerung vor den Auswirkungen elektromagnetischer Felder schützen sollen, basieren im wesentlichen auf der Überlegung, dass
spontane Nervenreizungen durch hohe, im Körper induzierte Ströme verhindert werden müssen (massgebend bei niederfrequenten Feldern), und
Körpergewebe vor übermässiger Erwärmung, d.h. vor spontanem „Fieber“, geschützt werden muss (massgebend bei hochfrequenter Strahlung).
Diese beiden physikalischen Effekte kommen im Alltag der Bevölkerung jedoch fast nie vor, da sie erst bei sehr hohen Strahlungs- und Feldintensitäten auftreten. Sie betreffen vor allem spezielle Berufsgruppen.
Eine Fülle weiterer, biologischer Effekte, die schon bei viel tieferen Strahlungs-Intensitäten im Alltag infolge verschiedener Strahlungsquellen auftreten, wird seit langem ignoriert, weil diese Effekte angeblich „wissenschaftlich nicht eindeutig belegt" seien.
Ein unabhängiges Konsortium aus international anerkannten Experten hat sich daher zusammengeschlossen und die Beweislage für die wichtigsten biologischen Effekte elektromagnetischer Felder ausgewertet und gewichtet. Die „BioInitiative Working Group“ stellt diese Auswertungen auf ihrer Webseite frei zur Verfügung.
3. September 2007
Bürgerwelle Schweiz und Diagnose-Funk
pdf-Dateien der ausführlichen, dreiseitigen Pressemitteilung:
deutsche Übersetzung (03.09.07)
französische Übersetzung (03.09.07)
italienische Übersetzung (verbessert 06.09.07)
englische Originalfassung (31.08.07)
Nachstehend folgt eine Kurzfassung der ausführlichen Pressemitteilung.
Pressemitteilung der BioInitiative Working Group
Schwerwiegende Bedenken bezüglich Schädigung der öffentlichen Gesundheit durch Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) von Hochspannungsleitungen
und Mobiltelefonen
University of Albany, New York, 31. August 2007.
Kurzfassung
Eine internationale Arbeitsgruppe von Wissenschaftern, Forschern und Fachleuten für öffentliche Gesundheitspolitik (Die BioInitiative Arbeitsgruppe) hat einen Bericht über den Einfluss elektromagnetischer Felder (EMF) auf die Gesundheit herausgegeben. Der Bericht äussert schwerwiegende Bedenken bezüglich der Sicherheit der heutigen öffentlichen Grenzwerte für den Schutz vor EMF von Hochspannungsleitungen, Mobiltelefonen und vielen anderen EMF-Expositionsquellen des täglichen Lebens.
Der Bericht dokumentiert die wissenschaftlichen Beweise, die Anlass geben zu Besorgnissen bezüglich Gesundheitsschädigungen mit Einschluss von Kinderleukämie (infolge Hochspannungsleitungen und anderen elektrischen Einflüssen), Gehirntumoren und Akustikusneurinomen (infolge Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen) sowie Alzheimer'scher Krankheit.
Es gibt Hinweise, dass EMF ein Risikofaktor für Krebs bei Kindern wie auch bei bei Erwachsenen sind. Elektromagnetische Strahlung von Quellen wie Hochspannungsleitungen, Hausinstallationen und Erdungen von Gebäuden und Geräten wird mit einem erhöhten Risiko für Kinderleukämie in Verbindung gebracht und kann Auslöser für Krebs im späteren Erwachsenenalter sein.
Die Auswertung der BioInitiative Working Group (www.bioinitiative.org), die am Freitag, dem 31. August 2007 herausgegeben wurde, dokumentiert den wissenschaftlichen Beweis, dass EMF-Exposition durch Hochspannungsleitungen in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt jedes Jahr für Hunderte neuer Fälle von Kinderleukämie verantwortlich ist.
Drahtlose, auf Mikrowellenstrahlung gestützte Technologien zum Senden von E-Mails und zur Übertragung von Gesprächen strahlen Tausende Male stärker als die Strahlungsquellen, die in Studien Schlafstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen und andere Symptome auslösten.
Der Experte für öffentliche Gesundheit und Co-Autor des Berichts, Dr. David Carpenter, Direktor des Institute for Health and the Environment (Institut für Gesundheit und Umwelt) der Universität Albany, New York, sagt: „Dieser Bericht ist ein Weckruf, dass Langzeit-Exposition durch einige Arten von EMF ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Jetzt bedarf es einer gewissenhaften öffentlichen Gesundheitsplanung zur Vorbeugung vor Krebs und neurologischen Leiden, die mit der Exposition durch Hochspannungsleitungen und anderen Quellen von EMF in Verbindung stehen. Wir müssen die Menschen und auch die Entscheidungsträger darüber unterrichten, dass 'business as usual' nicht mehr akzeptabel ist.“
Die Co-Autorin des Berichts, Cindy Sage von Sage Associates und Mitglied der Bioelectromagnetics Society, sagt aus: „Experten für öffentliche Gesundheit und EMF-Vorsorge haben nun ihre Meinung zur Gewichtung der Beweislage abgegeben. Demnach bieten die existierenden FCC-Grenzwerte und die internationalen Grenzwerte für die öffentliche und die berufliche Exposition durch elektromagnetische Felder und hochfrequente Strahlung keinen Schutz für die Volksgesundheit.“
Vom gesundheitspolitischen Standpunkt aus sind neue öffentliche Sicherheitsgrenzwerte und Grenzwerte für die weitere Einführung von Risikotechnologien auf der Basis des Beweismaterials gerechtfertigt.
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Werden wir alle elektrosensitiv?
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ÖRJAN HALLBERGUND GERD OBERFELD
Korrespondenz an Örjan Hallberg, Hallberg Independent Research,
Polkavägen 14B, Trångsund 142 65, Sweden; E-mail: oerjan.hallberg@swipnet.se
Sehr geehrter Herausgeber,
Jedes Jahr nimmt die Zahl der Menschen zu, die geltend machen, sie litten unter Elektrosensitivität (siehe z.B. die Zusammenstellung von Referenzen in Tafel 1), auch unter dem Begriff Elektrische Hypersensitivität (EHS) bekannt. Es gibt auch andere Krankheiten wie die Fibromyalgie und das Burn-out-Syndrom, deren Symptome ähnlich denjenigen sind, wie sie bei Menschen auftreten, die unter Elektrosensitivität leiden.
In Schweden wird Elektrosensitivität als Behinderung anerkannt, aber es gibt immer noch eine Kontroverse um die Diagnose dieser Krankheit. Die bei Regierungsstellen und medizinischen Autoritäten vorherrschende Ansicht ist diejenige, dass es sich bei dieser Behinderung um eine psychologische Erscheinung ohne Grundlage physikalischer oder medizinischer Mechanismen handle (Schwedisches Amt für Gesundheit und Wohlfahrt SNBHW, 1995), wodurch das Missverständnis perpetuiert wird, es hege nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Besorgnisse wegen Elektrosensitivität oder der Nähe neuer Funkübertragungsmasten.
Die Zahl der bekannt gewordenen Fälle von Elektrosensitivität steigt fortwährend, seit diese Erscheinung l991 erstmals dokumentiert wurde. Die hier vorgelegten Daten sind Schätzungen und basieren auf umfangreichen Stichproben-Erhebungen, bei welchen verschiedene Frage-Sets benutzt wurden. Um herauszufinden, ob die Statistiken eher auf eine Untergruppe Elektrosensibler hindeuten oder ob es um die gesamte Bevölkerung geht, stellten wir die gefundenen Häufigkeiten über der Zeitachse in einem Normalverteilungsdiagramm dar (Tafel 1 und Figur 1).
Im Gegensatz zu der bei den medizinischen Autoritäten vorherrschenden Ansicht zeigt Figur 1, dass es sich bei der Gruppe der elektrosensitiven Menschen weltweit, mit Einschluss Schwedens, nicht bloss um einen kleinen Bruchteil der ansonsten gesunden Gesamtbevölkerung handelt. Sie deutet vielmehr darauf hin, dass Elektrosensitivität in naher Zukunft verbreiteter sein wird. Der extrapolierte Trend zeigt, dass ein Anteil elektrosensitiv gewordener Menschen von 50% der Gesamtbevölkerung auf das Jahr 2017 erwartet werden kann.
Die hier vorgelegten Daten wurden in Österreich, Deutschland, Grossbritannien, Irland, Schweden, in der Schweiz und in den USA gesammelt.
Tafel 1 Geschätzte Häufigkeit elektrosensitiver Menschen nach Jahren und Ländern |
Mess- jahr | Elektro- sensitive % | Land, Berichtsjahr | Referenz |
1985 1994 1995 1996 1997 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2003 2003 2003 2004 2004 2017 | 0.06 0.63 1.50 1.50 2.00 1.50 3.20 3.10 3.20 6.00 13.30 8.00 9.00 5.00 5.00 11.00 9.00 50.00 | Schweden 1991 Schweden 1995 Österreich 1995 Schweden 1998 Österreich 1998 Schweden 1999 California 2002 Schweden 2001 Schweden 2003 Deutschland 2002 Österreich 2003 Deutschland 2003 Schweden 2004 Schweiz 2005 Irland 2005 England 2004 Deutschland 2005 Extrapoliert auf 50% | National Encyclopedia Sw., 1991 Anonyme Schätzung 1994 Leitgeb N. et al., 1995, 2005 SNBHW, Env. report, 1998 Leitgeb N. et al., 1998, 2005 Hillert L. et al., 2002 Levallois P., 2002 SNBHW, Env. report, 2001 Sw Labour Union Sif, 2003 Schroeder E., 2002 Spiß B., 2003 Infas, 2003 Elöverkänsligas Riksförbund, 2005 Bern, Inst. f. Sozialmedizin, 2005 This is London, 2005 Fox E., 2004 Infas, 2004 |

Figur 1 Häufigkeit [%] von Menschen weltweit, die sich selbst als elektrosensitiv betrachten, über der Zeitachse in einem Normalverteilungsdiagramm aufgetragen. Der Endpunkt bei 50% ist ein extrapolierter Wert. Die Variation beträgt 91% ohne Einbezug des Endpunktes.
Referenzen
Anonyme Schätzung: 50,000 im Jahr 1994.
Elöverkänsligas Riksförbund. (2005). Funktionshindret Elöverkänslighet.
Fox, E. (2004). Rapporteurs Report. WHO Workshop on Electrical Hypersensitivity, Oct. 25–27.
Hillert, L., Berglind, N., Arnetz, B. B., Bellander, T. (2002). Scand J Work Environ Health. 28(1):33–41.
Infas. (2003). Ermittlungen der Befürchtungen und Ängste der breiten Öffentlichkeit hinsichtlich möglicher Gefahren der hochfrequenten elektromagnetischen Felder des Mobilfunks – jährliche Umfragen. Bundesamt für Strahlenschutz, Bonn. Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH: 1–34.
Infas – Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH Friedrich-Wilhelm-Straße 18, 53113 Bonn. Ermittlung der Befürchtungen und Ängste der breiten Öffentlichkeit hinsichtlich möglicher Gefahren der hochfrequenten elektromagnetischen Felder des Mobilfunks – jährliche Umfragen – Abschlussbericht über die Befragung im Jahr 2004.
Leitgeb, N. (1995). Elektrosensibilität. VBÖ J 1:51–55.
Leitgeb, N. (1998). Electromagnetic hypersensitivity. Proc Int Workshop on EMF and Non-Specific Health Symp. pp. 8–16, Graz, Austria.
Leitgeb, N., Schröttner, J., Böhm, M. (2005). Does “electromagnetic pollution” cause illness? An inquiry among Austrian general practitioners. Wien Med Wochenschr, 153:237–241.
Levallois, P. et al. (2002). Study of self-reported hypersensitity to electromagnetic fields in California. Environ Health Persp 110(4):619–623.
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Spiß, B. (2003). Pilotstudie zu Mobilfunkstrahlung und Gesundheit – Modellierung der Immission mit den Programmen NIRView und CORLA. Diplomarbeit an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg, Oktober 2003, Salzburg, Österreich.
Swedish Labour Union Sif, Schätzung 2003.
Swedish National Board of Health and Welfare. (1995). Elektriska och Magnetiska fält och Hälsoeffekter. Report, 1.
Swedish National Board of Health and Welfare. (1998). Environmental Health Report.
Swedish National Board of Health and Welfare. (2001). Environmental Health Report.
Swedish National Encyclopedia. (1991). Nationalencyklopedin. elöverkänslighet, 5.
Electromagnetic Biology and Medicine, 25: 189–191, 2006
Copyright © Informa Healthcare
ISSN 1536-8378 print
DOI: 10.1080/15368370600873377
Psycho-neurovegetative Effekte bei Anwohnern von Mobilfunk-Basisstationen
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Neurobehavioral effects among inhabitants around
mobile phone base stations
G. Abdel-Rassoul *, O. Abou El-Fateh, M. Abou Salem, A. Michael,
F. Farahat, M. El-Batanouny, E. Salem
Community, Environmental and Occupational Medicine Department, Faculty of Medicine, Menoufiya University, Shebin El-Kom, Egypt
*Corresponding author. Tel.: +20482951291; fax: +20482950240; gaafar17@yahoo.com (G. Abdel-Rassoul).
NeuroToxicology (2006), doi:10.1016/j.neuro.2006.07.012
Received 20 October 2005; accepted 18 July 2006
Zusammenfassung
Hintergrund: Es existiert eine allgemeine Besorgnis in bezug auf mögliche schädliche Wirkungen auf die Gesundheit infolge Exposition des menschlichen Nervensystems gegenüber elektromagnetischer Strahlung der Antennen von Mobilfunk-Basisstationen.
Ziel: Ausfindigmachen der möglichen Defizite auf dem Gebiet des Zusammenhangs von Nervensystem und Verhalten.
Methoden: Es wurde eine Querschnittsstudie durchgeführt bei 85 Anwohnern der ersten Mobilfunk-Basisstation im Governorat (Regierungs- bezirk) Menoufiya, Ägypten. Von diesen Bewohnern leben 37 im Gebäude unter den Antennen und 48 gegenüber der Sendestation. Dieser exponierten Gruppe wurde eine Kontrollgruppe von 80 Teilnehmern beigesellt und bezüglich Alter, Geschlecht, Beruf und Bildungsniveau abgeglichen. Alle Teilnehmer füllten einen strukturierten Fragebogen zur Erfassung der persönlichen, bildungsbezogenen und medizinischen Geschichte aus. Sie unterzogen sich einer allgemeinen und neurologischen Überprüfung; einem kognitiven Testblock [neurobehavioral test battery NBTB, mit Tests für visuomotorische Reaktionsgeschwindigkeit, Problemlösungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Gedächtnis]; dem Eysenck’schen Persönlichkeitstest [EPQ; umfassend Psychotizismus, Extraversion und Neurotizismus].

Ergebnisse: Die Häufigkeiten neuro- psychiatrischer Beschwerden wie Kopfschmerzen (23.5%), Gedächtnisstörungen (28.2%), Schwindel (18.8%), Zittergefühl (9.4%), depressive Symptome (21.7%) und Schlafstörungen (23.5%) waren bei den exponierten Bewohnern signifikant höher als bei den Angehörigen der Kontrollgruppe, nämlich (10%), (5%), (5%), (0%), (8.8%) und (10%) mit p<0.05. Der NBTB-Test zeigte bei den exponierten Bewohnern eine signifikant schlechtere Leistung als bei der Kontrollgruppe in einem der Tests bezüglich Aufmerksamkeit und auditivem Kurzzeitgedächtnis [Paced Auditory Serial Addition Test PASAT]. Ausserdem wiesen die Bewohner von gegenüber eine schlechtere Leistung im Problemlösungstest (block design) auf als die unter der Sendestation wohnenden Teilnehmer. Alle Bewohner zeigten hingegen eine bessere Leistung als die Kontrollgruppe in den beiden Tests bezüglich visuomotorischer Reaktionsgeschwindigkeit (Zahlensymbole und Trailmaking B) und in einem Aufmerksamkeitstest (Trailmaking A). Die neusten vorhandenen Messwerte der von den Mobilfunkantennen im Bezirk Menoufiya ausgesendeten Strahlung lagen unterhalb des Grenzwertes.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen: Anwohner von Mobilfunk-Basisstationen leben mit dem Risiko der Entwicklung neuropsychiatrischer Probleme sowie gewisser Veränderungen kognitiver [neurobehavioral] Funktionen im Sinne einer Förderung oder einer Hemmung. Deshalb wird empfohlen, die Grenzwerte für die Exposition der Öffentlichkeit gegenüber der Strahlung von Mobilfunk-Basisstationen anzupassen und den kognitiven Testblock (NBTB) für die regelmässige Beurteilung und Früherfassung biologischer Auswirkungen auf die Anwohner der Sendestationen anzuwenden.
(Übersetzungsvorschlag durch Bürgerwelle Schweiz, Oktober 2006)

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Benevento Resolution
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englischer Originaltext als pdf-Datei
Die Internationale Kommission für Elektromagnetische Sicherheit (ICEMS) führte am 22., 23. und 24. Februar 2006 eine internationale Konferenz mit dem Titel „Der EMF-Vorsorge-Ansatz: Wissenschaftlichkeit, Gesetzgebung und Umsetzung“ durch. Gastgeberin war die Stadt Benevento, Italien. Die Zusammenkunft war dem Wissenschafter Dr. med. W. Ross Adey (1922-2004) gewidmet. Die an der Konferenz teilnehmenden Wissenschafter billigten die Catania Resolution und beschlossen deren Erweiterung durch das, was folgt:
1. Weiteres Beweismaterial hat sich angesammelt, welches nahelegt, dass gesundheitsschädigende Wirkungen infolge beruflicher und öffentlicher Exposition gegenüber elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern (EMF) derzeit üblicher Stärke existieren. Notwendig, aber noch nicht verwirklicht, ist eine umfassende, unabhängige und transparente Untersuchung des Beweismaterials, das auf diese sich entwickelnde, potentielle Problematik für die Volksgesundheit hindeutet.
2. Die Mittel, die für eine solche Beurteilung eingesetzt werden, sind angesichts des explosiven Wachstums der drahtlosen Kommunikationstechnologien wie auch der stets enormen Investitionen für die Übertragung von elektrischer Energie in grobfahrlässiger Weise ungenügend.
3. Es gibt Hinweise, dass mit der gegenwärtigen Projektfinanzierung die Auswertung und Interpretation von Forschungsergebnissen in der Richtung einer Unterdrückung möglicher Gesundheitsrisiken beeinflusst wird.
4. Argumente, wonach schwache (niedrigintensive) EMF nicht in der Lage seien, biologische Systeme zu beeinflussen, repräsentieren nicht das gegenwärtige Spektrum der Wissenschaftsmeinung.
5. Aufgrund unserer Überprüfung des Standes der Wissenschaft können biologische Wirkungen infolge einer Exposition sowohl gegenüber extrem niederfrequenten Feldern (ELF EMF) als auch gegenüber Hochfrequenzstrahlung (RF EMF) vorkommen. Epidemiologische Studien sowie in vivo und in vitro durchgeführte Experimente zeigen, dass eine Exposition gegenüber gewissen ELF EMF das Krebsrisiko bei Kindern erhöhen und andere Gesundheitsprobleme bei Kindern und Erwachsenen herbeiführen kann. Ausserdem häufen sich epidemiologische Hinweise auf ein erhöhtes Hirntumorrisiko infolge Langzeitnutzung von Mobiltelefonen – der erste RF EMF Bereich, in welchem mit umfassenden Untersuchungen begonnen wurde. Epidemiologische und im Labor durchgeführte Studien, die ein erhöhtes Risiko für Krebs und andere Krankheiten infolge beruflicher Exposition gegenüber EMF zeigen, können nicht ignoriert werden. Laborstudien über Krebs und andere Krankheiten sagen aus, dass Hypersensitivität gegenüber EMF teilweise durch eine genetische Prädisposition bedingt sein könnte.
6. Wir rufen die Regierungen auf, Rahmenvorschriften für die öffentliche und berufliche Exposition gegenüber EMF zu schaffen, die das Vorsorgeprinzip widerspiegeln – wie es einzelne Nationen schon getan haben. Vorsorgestrategien sollten auf Gestaltungs- und Leistungsnormen basieren. Sie müssen nicht unbedingt zahlenmässige Schwellenwerte definieren. Denn es besteht die Gefahr deren irrtümlicher Interpretation, wonach unterhalb solcher Schwellenwerte keine Gesundheitsschädigung vorkommen könne. Diese Strategien sollten einschliessen:
6.1. Förderung von Alternativen zu den drahtlosen Kommunikationssystemen, z.B. Glasfaser- und Koaxialkabel; Entwurf von Mobiltelefonen, die sicherere Leistungsdaten einhalten und vom Kopf wegstrahlen; Erhaltung der vorhandenen Festnetze; unterirdische Führung der elektrischen Übertragungsleitungen in der Nähe bewohnter Gebiete und Vermeidung der Führung in Wohngebieten;
6.2. Information der Bevölkerung über die potentiellen Risiken der Benutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen. Ratschläge an die Konsumenten, drahtlos geführte Gespräche zu beschränken und für lange Gespräche Festanschlüsse zu benützen.
6.3. Weitestgehende Begrenzung der Nutzung von Mobil- und Schnurlostelefonen durch Kinder und Jugendliche. Dringliches Verbot der Bewerbung von Kindern und Jugendlichen durch die Telekommunikationsfirmen.
6.4. Forderung an die Hersteller, mit jedem Mobil- und Schnurlostelefon eine Freisprecheinrichtung (über Lautsprecher oder Kopfhörer) zu liefern.
6.5. Schutz der Arbeitnehmer vor EMF erzeugenden Anlagen und Geräten durch Zugangsbeschränkungen und EMF-Abschirmung von Personen und Bauten
6.6. Planung der Senderstandorte im Hinblick auf eine Minimierung der menschlichen Strahlungsexposition. Registrierung der Mobilfunk-Basisstationen bei den lokalen Planungsämtern und Anwendung der elektronischen Plan-Informationstechnologie zur Information der Öffentlichkeit über mögliche Expositionen. Vorschläge für flächendeckende städtische Drahtlos-Internet-Zugänge (z.B. WLAN, WIMAX, Breitband über Kabel oder Power-Line Communication PLC oder gleichwertige Technologien) sollten auf das Potential bezüglich EMF-Exposition überprüft werden, und nach ihrer Einrichtung sollten die Stadtverwaltungen sicherstellen, dass die entsprechenden Informationen allgemein zugänglich sind und periodisch aktualisiert werden.
6.7. Ausscheidung von Zonen ohne drahtlose Kommunikation in Städten, in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Krankenhäuser), in Wohngebieten und in öffentlichen Verkehrsmitteln, um den Zugang auch für Personen zu ermöglichen, die auf EMF hypersensitiv reagieren.
7. ICEMS ist bereit, den Behörden bei der Entwicklung eines EMF Forschungsprogramms beizustehen. ICEMS ruft auf zur Entwicklung klinischer und epidemiologischer Programme für die Erforschung örtlicher Häufungen von Personen mit allergischen Reaktionen und anderen Krankheiten oder Sensitivität auf EMF sowie zur Erfassung der Wirksamkeit von Vorsorgemassnahmen. ICEMS ermutigt zu wissenschaftlicher Zusammenarbeit und zur Überprüfung von Forschungsergebnissen.
Wir, die unterzeichnenden Wissenschafter, erklären uns bereit, bei der Förderung von EMF-Forschung und der Entwicklung von Strategien zum Schutz der Volksgesundheit durch die sinnvolle Anwendung des Vorsorgeprinzips mitzuhelfen.
Gezeichnet:
Fiorella Belpoggi, European Foundadion for Oncology & Environmental Sciences B.Ramazzini, Bologna, Italy
Carl F. Blackman, President, Bioelectromagnetics Society (1990-91), Raleigh, NC, USA
Martin Blank, Department of Physiology, Columbia University, New York, USA
Natalia Bobkova, Institute of Cell Biophysics, Pushchino, Moscow Region
Francesco Boella, National Inst. Prevention & Worker Safety, Venice, Italy
Zhaojin Cao, National Institute Environmental Health, Chinese Center for Disease Control, China
Sandro D.Allessandro, Physician, Mayor of Benevento, Italy, (2001-2006)
Enrico D.Emilia, National Institute for Prevention and Worker Safety, Monteporzio, Italy
Emilio Del Giuduice, National Institute for Nuclear Physics, Milan, Italy
Antonella De Ninno,Italian National Agency For Energy, Environment & Technology, Frascati, Italy
Alvaro A. De Sallas, Universidade Federal do Rio Grande do Sul, Porto Alegre, Brazil
Livio Giuliani, East Veneto&South Triol, National Inst. Prevention & Worker Safety, Camerino University
Yury Grigoryev, Institute of Biophysics; Chairman, Russian National Committee NIERP
Settimo Grimaldi, Inst. Neurobiology & Molecular Medicine, National Research, Rome, Italy
Lennart Hardell, Department of Oncology, University Hospital, Orebro, Sweden
Magda Havas, Environmental & Resource Studies, Trent University, Ontario, Canada
Gerard Hyland, Warwick University, UK; International Inst. Biophysics, Germany; EM Radiation Trust, UK
Olle Johansson, Experimental Dermatology Unit, Neuroscience Department, Karolinska Institute, Sweden
Michael Kundi, Head, Institute Environmental Health, Medical University of Vienna, Austria
Henry C. Lai, Department of Bioengineering, University of Washington, Seattle, USA
Mario Ledda, Inst. Neurobiology & Molecular Medicine, National Council for Research, Rome, Italy
Yi-Ping Lin, Center of Health Risk Assessment & Policy, National Taiwan University, Taiwan
Antonella Lisi, Inst. Neurobiology & Molecular Medicine, National Research Council, Rome, Italy
Fiorenzo Marinelli, Institute of Immunocytology, National Research Council, Bologna, Italy
Elihu Richter, Head, Occupational & Environmental Medicine, Hebrew University-Hadassah, Israel
Emanuela Rosola, Inst. Neurobiology & Molecular Medicine, National Research Council, Rome, Italy
Leif Salford, Chairman, Department of Neurosurgery, Lund University, Sweden
Nesrin Seyhan, Head, Department of Biophysics; Director, Gazi NIRP Center, Ankara, Turkey
Morando Soffritti, Scientific Director, Europ. Found. for Onc.& Environm. Sci. B. Ramazzini, Bologna, Italy
Stanislaw Szmigielski, Military Institute of Hygiene and Epidemiology, Warsaw, Poland
Mikhail Zhadin, Institute of Cell Biophysics, Pushchino, Moscow Region
Veröffentlicht am 19. September 2006. Weitere Informationen durch Elizabeth Kelley, Managing Secretariat, International Commission For Electromagnetic Safety (ICEMS), Montepulciano, Italien. Email: info@icems.eu Website: www.icems.eu (Deutsche Übersetzung durch Bürgerwelle Schweiz, Okt. 2006)
Catania Resolution
September 2002
Die an der Internationalen Konferenz
„Stand der Forschung bezüglich elektromagnetischer Felder – wissenschaftliche und rechtliche Probleme“ organisiert durch ISPESL*, die Universität Wien und die Stadt Catania am 13./14. September 2002 teilnehmenden Wissenschafter beschliessen was folgt:
1. Epidemiologische Studien sowie in vivo und in vitro durchgeführte Experimente zeigen dass es durch elektromagnetische Felder (EMF) verursachte Wirkungen gibt, von denen einige die Gesundheit schädigen können.
2. Wir erheben Einwand gegen die Behauptung, dass schwache (niedrigintensive) EMF das Körpergewebe nicht beeinflussen können.
3. Es gibt einleuchtende mechanistische Erklärungen für EMF-induzierte Wirkungen, die unterhalb der gegenwärtigen ICNIRP- und IEEE-Richtlinien und der Expositionsrichtlinien der EU auftreten.
4. Das Gewicht des Beweismaterials ruft nach vorbeugenden Strategien, die auf dem Vorsorgeprinzip beruhen. Das Vorsorgeprinzip kann zuweilen besonnenes Vermeiden oder besonnene Nutzung bedeuten.
5. Wir sind uns bewusst, dass es Lücken in den Kenntnissen über biologische und physikalische Wirkungen und über Gesundheitsrisiken infolge EMF gibt, die zusätzliche unabhängige Forschung erfordern.
6. Die unterzeichnenden Wissenschafter beschliessen, eine internationale wissenschaftliche Kommission zur Förderung der Forschung für den Schutz der öffentlichen Gesundheit vor EMF zu gründen sowie die wissenschaftliche Grundlage und Strategien für Beurteilung, Prävention, Handhabung und Kommunikation der Risiken auf der Basis des Vorsorgeprinzips zu entwickeln.
Fiorella Belpoggi, Fondazione Ramazzini, Bologna, Italy
Carl F. Blackman, President of the Bioelectromagnetics Society (1990-1991), Raleigh, USA
Martin Blank, Department of Physiology, Columbia University, New York, USA
Emilio Del Giudice, Istituto Nazionale di Fisica Nucleare, Milano, Italy
Livio Giuliani, Camerino University - ISPESL*, Venezia, Italy
Settimio Grimaldi, CNR-Istituto di Neurobiologia e Medicina Molecolare, Roma, Italy
Lennart Hardell, Department of Oncology, University Hospital, Orebro, Sweden<o:p></o:p>
Michael Kundi, Institute of Environmental Health, University of Vienna, Austria
Henry Lai, Department of Bioengineering, University of Washington, USA
Abraham R. Liboff, Department of Physics, Oakland University, USA
Wolfgang Löscher, Department of Pharmacology, Toxicology and Pharmacy, School of Veterinary Medicine, Hannover, Germany
Kjell Hansson Mild, President of the Bioelectromagnetics Society (1996-1997), National Institute of Working Life, Umea, Sweden
Wilhelm Mosgöller, Institute for Cancer Research, University of Vienna, Austria
Elihu D. Richter, Head, Unit of Occupational and Environmental Medicine, School of Public Health, Hebrew University-Hadassah, Jerusalem, Israel.
Umberto Scapagnini, Neuropharmacology, University of Catania, Italy, Member of the Research Comm. of the European Parliament
Stanislaw Szmigielski, Military Institute of Hygiene and Epidemiology, Warsaw, Poland
* = Istituto Superiore per la Prevenzione e la Sicurezza del Lavoro, Italia
(National Institute for Prevention and Work Safety, Italy)
(Deutsche Übersetzung durch Bürgerwelle Schweiz, Okt. 2006)
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Die Rolle der elektromagnetischen Strahlung bei der Verursachung von Krebs
Der nachstehende wissenschaftliche Artikel bringt die Einführung des UKW-Rundfunks in den 50er Jahren in Schweden mit einem plötzlichen, dramatischen Anstieg bestimmter Krebsarten in Verbindung.
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Die Rolle der elektromagnetischen Strahlung bei der Verursachung von Krebs
VON OLLE JOHANSSON
Krebs breitet sich in der modernen Gesellschaft leider immer mehr aus. Fast alle Krebsarten nehmen zu, wenn man die Inzidenz, d.h. die Anzahl Neuerkrankungen pro Jahr, als massgeblich nimmt. Kürzlich konnte man in den BBC News lesen, dass Hautkrebs bei jungen Erwachsenen zunimmt, und Sara Hiom, Leiterin des Gesundheitsinformationsdienstes bei Cancer Research UK sagte in einem Interview: „Alle Krebsarten ausser Melanom nehmen mit alarmierender Geschwindigkeit zu.“
Immer mehr Forschungsanstrengungen gehen in die Richtung, die molekularen Mechanismen hinter den verschiedenen Krebsformen zu verstehen, und noch viel mehr Geld wird ausgegeben, um neue Medikamente zur Behandlung der Patienten zu finden. Sonderbarerweise werden aber nur sehr wenig Mittel aufgewendet, um die heutigen Krebsursachen zu begreifen. Unter den möglichen Verursachern rücken zur Zeit mehr und mehr moderne Geräte wie Telefone und Computer mit ihren chemischen und physikalischen Emissionen mit Einschluss von Flammhemmern und elektromagnetischer nichtionisierender Strahlung ins Blickfeld.
Kinderleukämie wurde schon früh in der pionierhaften Arbeit von Wertheimer und Leeper (1979) mit den Magnetfeldern von Hochspannungsleitungen in Verbindung gebracht. In neuerer Zeit haben skandinavische Wissenschafter ein erhöhtes Risiko für das Akustikus-Neurinom (gutartiger Tumor des achten Gehirnnervs) bei Mobiltelefonbenutzern sowie ein leicht erhöhtes Risiko für bösartige Hirntumore wie Astrozytom und Meningiom auf der „Telefonierseite“ des Kopfes (Hardell et al. 1999, 2004, 2005; Lonn et al. 2004) gefunden. Ausserdem wurde eine klare, zeitliche und örtliche Beziehung festgestellt zwischen Krebs bei Erwachsenen und UKW Radiostrahlung (Hallberg & Johansson 2002b, 2004, 2005a). Erste Studien über den Gesichtsnaevus deuten darauf hin, dass er bei Kindern heute öfter vorkommt. – Falls gezeigt werden kann, dass Radiostrahlung nicht mit Kinderkrebs in Beziehung steht, so kann die gegenwärtige Konzentration auf niederfrequente elektromagnetische Felder weitergehen. Gibt es aber eine Beziehung zu Radio- und/oder Mikrowellenfrequenzen, so muss diese sowohl bei der weiteren Forschung als auch bei den heutigen Bestrebungen zur Vorsorge berücksichtigt werden.
Kürzlich haben Dr. Djemal Beniashvili und andere Wissenschafter am Edith Wolfson Krankenhaus in Holon, Israel, einen möglichen Zusammenhang zwischen niederfrequenten elektromagnetischen Feldern und Brustkrebs bei älteren Frauen aufgezeigt (Beniashvili et al. 2005). Sie verglichen die Brustkrebsraten einer früheren Periode (1978-1990) mit einer neueren Periode (1991-2003), die durch eine viel stärker verbreitete Anwendung von Computern (mehr als 3 Stunden täglich), Mobiltelefone, TV-Apparate und andere elektrische Haushaltapparate charakterisiert ist. Sie benützten dabei medizinische Aufzeichnungen über eine Periode von 26 Jahren und werteten mehr als 200'000 Fälle aus. 20% der älteren Frauen, die Brustkrebs schon in der ersten Periode entwickelten, waren regelmässig niederfrequenten Feldern ausgesetzt. Aber in der zweiten Periode waren es 51%, meist durch den Gebrauch von Computern (PC). Die Autoren folgerten: „In der zweiten Gruppe gab es einen statistisch signifikanten Einfluss elektromagnetischer Felder auf die Bildung aller epithelialer Brustkrebsarten.“ Es handelte sich um eine mehr als zweifache Zunahme, die als hochsignifikant bewertet wurde. – Gewiss haben sich in der Periode 1978-1990 auch viele andere Umweltfaktoren verändert, aber die wachsende Belastung durch Felder der Stromversorgung gehört mit zu den auffälligsten Veränderungen in diesem Zeitraum. Natürlich sind noch viele Aspekte dieser Frage zu klären, und vom wissenschaftlichen Standpunkt aus ist sie noch weit von einer schlüssigen Beantwortung entfernt.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde in Schweden ein Ansteigen der Lungenkrebsrate beobachtet. Seit der Mitte der 60er Jahre wird Lungenkrebs mit dem Tabakrauchen in Verbindung gebracht, und dieses wird als Hauptursache gesehen. Weniger beachtet wird indessen die Tatsache, dass vor 1955 kein Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs festgestellt wurde. Örjan Hallberg und ich haben deshalb zusammen ein Projekt gestartet, das Licht bringen soll in den plötzlichen Anstieg des Lungenkrebses in Schweden nach 1955.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien deuten auf den Tabakrauch als Hauptursache der steigenden Lungenkrebsrate in der Welt. Diese Studien wurden hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erstellt. Das schwedische Amt für Gesundheit und Wohlfahrt (Socialstyrelsen) gibt an, dass 80-90% der Lungenkrebs-Todesfälle durch das Rauchen verursacht seien. Die meisten dieser Opfer waren selber Raucher, etwa 10% jedoch Nichtraucher. Dies hat zum Verdacht geführt, dass auch Passivrauchen Lungenkrebs verursachen kann. Andere Umweltfaktoren wie Radon und Asbest hält man ebenfalls für die Ursache einer Anzahl von Lungenkrebstoten, vor allem in Kombination mit dem Rauchen.
Wie oben schon gezeigt, haben Hallberg und Johansson früher über einen deutlichen Zusammenhang zwischen körperresonanter nichtionisierender Strahlung (UKW-Radio, 100 MHz) und dem Auftreten des malignen Hautmelanoms berichtet (Hallberg & Johansson 2002b, 2004, 2005a). Da die Strahlung in diesem Frequenzbereich eine Eindringtiefe von etwa 10 cm in den menschlichen Körper hat, besteht der Verdacht, dass Resonanzströme das Immunsystem beeinträchtigen, und dies eben auch dann, wenn es darum geht, Krebszellen in der Lunge zu bekämpfen. Daher ist es sehr wohl angebracht, im Detail zu studieren, wie sich Vorkommen und Sterberate des Lungenkrebses in Schweden, Grossbritannien und andern Ländern veränderten, als dieser neue Umweltfaktor dazukam.
In einem noch unveröffentlichten Bericht (Hallberg & Johansson 2005b) haben wir gezeigt, wie die Entwicklung von Lungenkrebs sich beschleunigen kann in Verbindung mit einer plötzlichen Exposition der Bevölkerung gegenüber solcher körperresonanter Strahlung. Anhand dieser Arbeit kann festgestellt werden, dass Personen, die seit vielen Jahren rauchten, relativ rasch nach der Einführung des UKW-Radios Lungenkrebs bekommen konnten. In Regionen, wo das UKW-Radio noch nicht eingeführt wurde, war eine solche abrupte Zunahme nicht feststellbar. Es ist gleichermassen bemerkenswert, dass bis nach den 60er Jahren keine Todesfälle wegen Asbestose bekannt wurden, obwohl Asbest seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als Baumaterial verwendet wurde. Unsere Arbeit zeigt auch, wie schwach der Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Zigarrettenkonsum in einigen Ländern ist. Sobald man aber die Lungenkrebssterblichkeit mit der Hautkrebssterblichkeit in denselben Ländern normalisiert, erscheint plötzlich ein sehr starker Zusammenhang. Das deutet darauf hin, dass es einen gemeinsamen Faktor hinter der schnell zunehmenden Haut- und Lungenkrebssterblichkeit gibt, wie wir sie z.B. in Schweden festgestellt haben.
Eine Computeranalyse der altersspezifischen Inzidenz [Vorkommen] von Lungenkrebs bei Männern in Schweden deutet auf das Jahr 1955 als den Beginn einer plötzlichen Umweltveränderung in Schweden und ergibt weiter, dass diese Störung hauptsächlich über sechzigjährige Männer betrifft. Diese Untersuchungsmethode ist erfolgreich angewandt worden beim Studium der Entwicklung des Hautmelanoms in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und den USA.
Für die Gesundheit der Bevölkerung verantwortliche Behörden sollten ein grosses Interesse an den Faktoren haben, die als Ursache hinter den wichtigen Krebsarten stehen. Allgemeinmediziner und Spezialisten sollten mehr wissen über die wirklichen Ursachen des Lungenkrebses. Epidemiologen könnten ganz allgemein angeregt werden, neue Methoden zu testen und die Probleme der Volksgesundheit aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Nur die Zukunft jedoch wird die Antworten wissen auf die hier dargelegten Hypothesen.
Literaturhinweise im Text:
Beniashvili D, Avinoach'm I, Baasov D, Zusman I, "The role of household electromagnetic fields in the development of mammary tumors in women: clinical case-record observations", Med Sci Monit 2005; 11: CR10-13
Hallberg Ö, Johansson O, "Cancer trends during the 20th century", J Aust Coll Nutr & Env Med 2002a; 21: 3-8
Hallberg Ö, Johansson O, "Melanoma incidence and frequency modulation (FM) broadcasting", Arch Environ Health 2002b; 57: 32-40
Hallberg Ö, Johansson O, "Malignant melanoma of the skin - not a sunshine story!", Med Sci Monit 2004; 10: CR336-340
Hallberg Ö, Johansson O, "FM broadcasting exposure time and malignant melanoma incidence", Electromag Biol Med 2005a; 24: 1-8
Hallberg Ö, Johansson O, "Lung cancer may accelerate during exposure to body-resonant FM-broadcasting radiation", 2005b; submitted
Hardell L, Näsman Å, Påhlson A, Hallquist A, Hansson Mild K, "Use of cellular telephones and the risk for brain tumours: A case-control study", Int J Oncol 1999; 15: 113-116
Hardell L, Mild KH, Carlberg M, Hallquist A, "Cellular and cordless telephone use and the association with brain tumors in different age groups" Arch Environ Health 2004; 59: 132-137
Hardell L, Carlberg M, Mild KH, "Case-control study on cellular and cordless telephones and the risk for acoustic neuroma or meningioma in patients diagnosed 2000-2003", Neuroepidemiology 2005; 25: 120-128
Lonn S, Ahlbom A, Hall P, Feychting M, "Mobile phone use and the risk of acoustic neuroma", Epidemiology 2004; 15: 653-659
Wertheimer N, Leeper E, "Electrical wiring configurations and childhood cancer", Am J Epidemiol 1979; 109: 273-284
By Olle Johansson, Assoc. prof.
The Experimental Dermatology Unit
Department of Neuroscience
Karolinska Institute
171 77 Stockholm
Sweden
Dieser Artikel wurde publiziert in der Zeitschrift icon Nr. 4/2005
http://www.canceractive.com/page.php?n=967
Übersetzung ins Deutsche durch die Bürgerwelle Schweiz
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