HANDY UND GESUNDHEIT
Experte fordert: «Handys sollte man bis zum 18. Lebensjahr verbieten!»
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Saldo Nr. 14 vom 9. September 2009
Für Lloyd Morgan ist klar: Hunderttausende Benutzer von Handys werden an einem Hirntumor erkranken. Studienresultate, die das Gegenteil behaupten, hätten krasse Mängel. So etwa die grosse Interphone-Studie im europäischen Raum.
Herr Morgan, warum sind Sie überzeugt, dass die Handy-Strahlen krank machen?
Die Fakten sind überwältigend, es gibt genügend wissenschaftliche Beweise dafür.
Wie schädlich sind denn die Strahlen?
Es gibt klare Beweise, dass Handy-Strahlen Hirntumore erzeugen können.
Fälle von Hirntumoren nahmen aber in den letzten zehn Jahren nicht zu. Die Handy-Industrie und einige Wissenschafter verneinen deshalb den Zusammenhang zwischen Handy-Gebrauch und Hirntumor.
Es kann mehr als dreissig Jahre dauern, bis ein solcher Tumor ausbricht. Heute erkranken in den USA jährlich rund 50000 Menschen an einem Hirntumor. Wenn wir nichts unternehmen, wird es in 20 Jahren über 130 000 Fälle pro Jahr geben. Andere Berechnungen sprechen gar von bis zu 4 Millionen Menschen, die wegen des Handys einen Hirntumor bekommen. Allein in den USA.
Das ist eine Horrorvision. Woher stammen diese Zahlen?
Es sind Berechnungen von mir.
Wie erklären Sie sich den eklatanten Unterschied zwischen Ihren Beurteilungen und denen der Industrie?
Die Industrie blendet die Risiken aus und stiftet Verwirrung. Sie sagt, es gäbe mehrere Studien, die beweisen, dass Handys
ungefährlich seien – und andere, die das Gegenteil zeigten. Deshalb sei das Ganze nicht so einfach. Sie verwischen Fakten und streuen Zweifel. Wissenschafter entwerfen zudem die Studien so, dass sie am Ende gar keine klaren Ergebnisse erhalten. Das machen sie mit Absicht.
Warum soll denn die Wissenschaft nicht an klaren Studienergebnissen interessiert sein?
Die Mobilfunkindustrie finanziert meist die Studien dieser Wissenschafter. Und diese wollen nicht in die Hand beissen, die sie füttert. Bei den meisten Studien besteht deshalb ein Interessenkonflikt. Dies trifft auch auf die Interphone-Studie in Europa zu (siehe Kasten).
Immerhin handelt es sich dabei um die grösste je gemachte Studie zum Thema: Was soll an der Interphone- Studie nicht richtig sein?
Die Hälfte des Budgets – 3,5 Millionen Euro – stammt von der Industrie. Selbst der Aufbau des Studienkonzepts war mangelhaft. Dies verfälschte am Schluss auch die Resultate. Ein Teilergebnis der Interphone-Studie ist etwa, dass die Nutzung eines Handys den Benutzer vor Hirntumor schützt. Das ist widersinnig und kann gar nicht sein! Doch jetzt erklären
die Verantwortlichen der Studie einfach, es bestehe kein gesundheitliches Risiko, wenn man mit dem Handy telefoniere. Sie verschweigen, dass das eigentliche Resultat der Studie völlig unbrauchbar ist. Sie wissen selbst, dass das gar nicht sein kann.
Was sind das konkret für Mängel?
Die Interphone-Studie hat mehrere grosse Mängel. Einer davon ist, dass jemand als «regelmässiger Nutzer» gilt,wenn er das Mobiltelefon mindestens einmal wöchentlich während mindestens sechs Monaten benutzte. Das ist weltfremd: Die meisten Menschen benützen ihr Handy viel häufiger.
Sie kritisieren zudem, dass junge Erwachsene und Kinder von der Studie ausgeschlossen waren. Weshalb?
Kinder haben ein wesentlich höheres Tumorrisiko, wenn sie Handy-Strahlen ausgesetzt sind.
Aber Kinder werden kaum schon während zehn Jahren ein Handy benutzt haben.
Ja, aber trotzdem werden die Studienergebnisse verfälscht, wenn gewisse Altersgruppen nicht miteinbezogen werden. Das ist nicht korrekt.
Sollen Kinder überhaupt mit dem Handy telefonieren?
Nein! Bis zu einem Alter von 18 sollten Handys verboten sein. Es müsste ein Gesetz dafür geben. Die Handy-Firmen vermarkten ihre Handys geschickt: Sie gaukeln den Eltern vor, dass ihre Kinder mit einem Handy in der Tasche sicherer sind. Aber wann wird ein Kind schon entführt?
Sie kritisieren auch, dass Handys nicht dieselben Prüfungen durchlaufen müssen wie etwa Medikamente. Ist das Ihre Forderung für die Zukunft?
Ja, unbedingt. Aber bis es entsprechende Bestimmungen gibt, vergehen noch Jahrzehnte. Man braucht sich nur daran zu erinnern, wie lange es ging, bis Asbest oder Tabak als schädlich eingestuft wurden.
Was sollten denn Handy-Hersteller Ihrer Meinung nach an den Geräten verbessern?
Sie sollten Modelle entwickeln, die man während des Telefonierens nicht an den Kopf hält.
Was sollen Handy-Benutzer heute beachten?
Nur mit sogenannten Headsets telefonieren. Ist das Telefon 20 Zentimeter vom Kopf entfernt, ist die Strahlenbelastung enorm viel kleiner.
Interview: Gabriela Braun
INTERPHONE-Studie, die grösste Untersuchung
Die weltweit grösste Untersuchung sollte prüfen, ob Handy-Strahlen Hirntumore auslösen können oder nicht. Doch die Studie kommt nicht aus der Kritik. Obwohl die Daten seit 2002 vorliegen, sind bis heute erst widersprüchliche Teilergebnisse aus einzelnen Ländern veröffentlicht (siehe auch saldo 14/08). Die Interphone-Studie steht unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. 13 Länder machten mit, 6500 Tumorpatienten wurden auf ihr Telefonverhalten untersucht. Die Studie ist zur Hälfte von der Industrie finanziert. |
Lloyd Morgan ist Direktor der Hirntumor-Gesellschaft der USA. Seit Jahren studiert Morgan die wissenschaftlichen Arbeiten im Zusammenhang mit Hirntumoren und nicht-ionisierenden Strahlen. Er gilt deshalb als einer der weltweit kompetentesten Kritiker der Mobilfunkindustrie. Im Jahr 1995 erkrankte er an einem Hirntumor.
Weitere Publikationen von Lloyd Morgan:
Mobiltelefon und Hirntumor - 15 Gründe zur Sorge Wissenschaft, Meinungsmache und die Wahrheit hinter Interphone
Effekte elektromagnetischer Felder: Stand der Forschung Höhepunkte von der BioEM 2009
Interphone-Studie aktuell Mangelhafter Studiendesign bewirkt Unterschätzung des Hirntumorrisikos
.
„Damit das Handy nicht krank macht“ -
das neue Info-Faltblatt der Stadt Zürich:
Gratwanderung gelungen?
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die detaillierte Kritik in Tabellenform als pdf-Datei
der Begleitbrief des Zürcher Schulgesundheitsdienstes als pdf-Datei
Herunterladen des Handy-Faltblattes der Stadt Zürich
www.stadt-zuerich.ch/internet/ugz/
Endlich eine Behörde, die Farbe bekennt! Das verspricht der griffige Titel dieses neuen Faltblattes. Die 7 Tipps auf der zweiten Seite sind dann allerdings etwas lückenhaft. Immerhin, wenn sie konsequent beachtet würden, wäre nicht nur für die Handybenutzer selbst, sondern auch für ihre Umgebung schon einiges zur Risikominderung getan. Also alles in Ordnung?
Leider nicht. Denn auf den weiteren Seiten des Faltblattes ist Bedenkenswertes mit höchst Bedenklichem bunt gemischt. Fachleute, die in ihrer Mess- und Beratungspraxis mit den Folgen der elektromagnetischen Felder und Strahlungen bei Betroffenen täglich konfrontiert sind, urteilen etwa so: Eine gut gemeinte Behördeninitiative, deren positive Wirkung jedoch durch Verharmlosungen, Einseitigkeiten und Unvollständigkeiten beeinträchtigt wird. Zum Beispiel:
- Als Strahlungswirkung wird nur die Erwärmung des Körpergewebes genannt. Das entspricht dem von der Industrie verbreiteten Dogma. Aber die Existenz nicht-thermischer, bioelektromagnetischer Wirkungen schwacher Strahlung im menschlichen Organismus, vor allem im Zentralnervensystem, ist heute wissenschaftlich gesichert und für krankmachende Wirkungen massgebend. Auch das Handy mit dem besten SAR-Wert strahlt für das Gehirn viel zu stark.
- Der Abschnitt „Wie stark strahlen Mobilfunkantennen“ lässt durch selektive und tendenziöse Information die Antennen als harmlos erscheinen. Ausserdem suggeriert die behördliche Versicherung, wonach die Einhaltung der Grenzwerte von der Stadt überwacht werde, dass die Bevölkerung vor Antennenstrahlung geschützt sei. Dabei sind diese Grenzwerte viel zu hoch. Bezüglich der Antennen wirkt dieses Faltblatt als – durchaus ungerechtfertigte! – Entwarnung.
- Der angegebene Link zum Umgang mit dem Handy www.handyknigge.ch führt zu einer von Wirtschaftsseite und den Mobilfunkbetreibern gestalteten, aber nicht als solche deklarierten Website. Dass die dort gegebenen Informationen entsprechend einseitig und selektioniert sind, kann von uninformierten Besuchern der Website nicht ohne weiteres erkannt werden.
Näheres zu den drei Punkten steht in der → detaillierten Kritik des Faltblattes. Dort werden auch weitere Ungenauigkeiten und Fehler identifiziert und besprochen.
Gewiss ist die Ausarbeitung eines solchen Informationsblattes eine Gratwanderung. Einerseits möchte man die Handynutzer dort abholen, wo sie stehen. Andererseits läuft man dabei Gefahr, zu beschönigen. Der oberste Zürcher Schularzt Dr. Daniel Frey schreibt im Begleitbrief zum Faltblatt vom 28.10.08, die Behörde wolle weder verharmlosen noch alarmieren.
Gelingt dem Informationsblatt der Stadt Zürich diese Gratwanderung? Die Gesamtbewertung des Faltblattes zeigt: Sachlich korrekte, aber allzu vorsichtige Ratschläge und – was schwerer wiegt – bis an die Grenze der Falschinformation reichende Einseitigkeiten und Weglassungen stellen es klar auf die Verharmloserseite. Muss das sein? Warum eigentlich nicht alarmieren, wenn doch zahlreiche unabhängige Wissenschaftler sehr wohl öffentlich alarmieren und Appelle verfassen? Sie stemmen sich gegen die von der Industrie beeinflusste Wissenschaftsmeinung, wonach die Schädlichkeit des Mobilfunks noch nicht bewiesen sei. Ist es verantwortbar, diese unabhängigen Wissenschaftler zu ignorieren?
Wer sich umfassend informiert hat, sieht: Die Gratwanderung, die es hier braucht, ist nicht diejenige zwischen Verharmlosen und Alarmieren. Es geht vielmehr darum, alarmierende Fakten sachlich und ungeschminkt darzustellen. Das gelingt dem Informationsblatt nur zu einem Teil. Im andern Teil sowie im Begleitbrief des Schularztes werden diese Fakten verschleiert oder nicht zur Kenntnis genommen. Das zeigt, wie weit es der Industrie gelungen ist, in jahrelanger Beeinflussungsarbeit die Meinung in Wissenschaft, Behörden und Öffentlichkeit zu steuern. Dass diese Steuerung besteht, sollte eigentlich nichts Neues mehr sein. Es ist eine mittlerweile sogar in wissenschaftlichen Fachzeitschriften detailliert dargestellte Realität.
Verfasst am 26.11.08 von www.buergerwelle-schweiz.org
Ein Blick hinter die Kulissen:
Interphone-Studie aktuell
Mangelhafter Studiendesign bewirkt Unterschätzung des Hirntumorrisikos
dieses Dokument mit Erweiterung als pdf-Datei
16.06.2008
Am diesjährigen Treffen der Bioelectromagnetics Society (BEMS) vom 8. bis 12. Juni 2008 in San Diego, Kalifornien, gab ich eine Präsentation mit dem Titel "Interphone Studie aktuell - Untersuchung eines mangelhaften Studiendesigns, das eine Unterschätzung des Hirntumorrisikos zur Folge hat".
Der Kernpunkt des Vortrags bestand darin, dass es im Interphone-Protokoll mehrere Design-Mängel gibt, und jeder dieser Mängel bewirkt eine Unterschätzung des Hirntumorrisikos. Die Untersuchung von 10 Interphone-Studien über das Risiko für Gehirntumor infolge Mobiltelefonnutzung ergab als Folge dieser Mängel 60 statistisch signifikante Einzelergebnisse, die allesamt zeigten, dass die Nutzung eines Mobiltelefons den Benutzer vor Gehirntumor schützt.
Solche Ergebnisse sind schon auf den ersten Blick ein Beweis für das Unvermögen der Studien, die Existenz eines Risikos zu ermitteln. Immerhin ergab sich eine wesentliche Verringerung des "Schutzeffekts" bei den höchsten Strahlungsexpositionen (mehr als 10 Jahre Handynutzung oder Nutzung des Mobiltelefons auf der Tumorseite des Kopfes), wie in der Präsentation gezeigt wurde. Das deutet darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko den Designmängeln entgegenwirkt. Wenn man die zwei stärksten Expositionen kombiniert, dann finden die Interphone-Studien durchaus ein Risiko!
Der Erfolg der Präsentation überstieg meine wildesten Vorstellungen. Als ich geendet hatte, gab es Applaus. Ich glaube, dieser Applaus war deshalb, weil ich den Empfindungen vieler Wissenschaftler Ausdruck gab, dass die Forschung auf dem Gebiet der Bioelektrizität von der Industrie vereinnahmt worden ist.
Als die Fragestunde kam, erwartete ich erboste Reaktionen. Aber es kamen keinerlei Fragen, obwohl die "Verdächtigen" (zum Beispiel C.K. Chou, Joe Elder, Joe Morrissey von Motorola und viele weitere Kollegen aus der Industrie) anwesend waren! Ich nehme an, das kam daher, dass die Präsentation unangreifbar war.
Die Interphone-Forscher Joachim Schüz und Maria Feychting sassen gerade hinter mir. Als ich zu meinem Sitz zurückkehrte, sagte ich zu ihnen: "Ich dachte, ihr würdet Fragen stellen." Sie zuckten bloss die Schultern.
Nach der letzten Präsentation (meine war die vorletzte) kam C.K. Chou in seiner üblichen streitlustigen Art zu mir herüber und fragte, ob ich ein Mobiltelefon benütze. Ich sagte "Nein." Da fragte er mich, ob ich einen Mikrowellenofen benütze. Ich sagte: "Ja, aber die sind doch abgeschirmt." Er antwortete, die seien oft undicht. - Offensichtlich versuchte er mich als Heuchler hinzustellen.
Er sagte, Motorola würde niemals etwas tun, das seine Kunden schädigt. Dann fügte er so etwas wie eine Anspielung auf das Huhn und das Ei an (es ergab für mich keinen Sinn) und fuhr weiter, Motorola würde seinen Hühnern niemals Schaden zufügen. Im Weggehen sagte ich, er werde wohl bald viele tote Hühner sehen.
Als ich das Konferenzzentrum verliess, sah ich Joachim Schüz daherkommen. Ich fragte ihn, warum er keine Fragen gestellt habe. Er sagte, nachdem ich ihm einst einen Interessenkonflikt vorgeworfen hätte, habe das jetzt keinen Sinn gehabt. Sich verteidigend fuhr er weiter, dass die Industrie nur 20 % der Kosten seiner deutschen Interphone-Studie gedeckt habe. Ich sagte, ich hätte in meiner Präsentation angedeutet, dass ein vorhandener Interessenkonflikt auch unbewusst bleiben könne. Aber ich stehe zu meiner Aussage, dass das Sprichwort "Beisse nicht die Hand, die dich füttert" auf die Situation zutrifft. Es gehe darum, sagte ich ihm, dass kein einziger Forscher die signifikanten Ergebnisse eines "Schutzeffektes" [durch Handynutzung] diskutiert habe. Das habe er doch aber getan, meinte er. Im weiteren Verlauf des Gesprächs gab er indessen zu, dass er in seiner Studienpublikation nur die möglichen Fehlerquellen (Bias [= systematische Verzerrung] bei der Teilnehmer-Auswahl oder bei der Erinnerung der befragten Teilnehmer usw.) diskutiert, aber die signifikanten "Schutzeffekte" nicht erwähnt habe.
An einem der Vortage hatte Elizabeth Cardis, die Leiterin der in 13 Ländern durchgeführten Interphone-Studie, in der Plenarsession diese Studie vorgestellt. Ihre Präsentation umfasste die bisher veröffentlichten Ergebnisse. Auf die Frage, wann die gesamte Studie herausgegeben werde, sagte sie "Bald... hoffe ich." Sie sagte Louis Slesin, Herausgeber der Microwave News (www.microwavenews.com), dass ein neuer Entwurf in Zirkulation gegeben werde. - Das wäre grossartig, wenn wir die früheren Entwürfe sehen könnten. Offensichtlich gibt es eine interne Auseinandersetzung, ob man die Ergebnisse publizieren solle oder nicht, oder wie man bedenkliche Resultate zum Verschwinden bringen könnte.
Ich fragte Frau Cardis, wieviel die Interphone-Studie insgesamt gekostet habe, und was die Industrie dazu beigetragen habe. Ihre Antwort war: ungefähr 10 Millionen Euros insgesamt und etwa 3.2 Millionen von der Industrie.
Weil sie vor Beginn meiner Präsentation weg musste, diskutierte ich die Sache mit ihr anhand einer Papierkopie. Sie stimmte zu, dass jeder von mir aufgelistete Mangel tatsächlich existiert, und dass jeder dieser Mängel eine Unterschätzung des Risikos zur Folge hat.
Anlässlich ihrer Präsentation hatte Frau Cardis gesagt, die Definition des "regelmässigen Nutzers" [von Mobiltelefonen] sei nicht im Sinne eines Risikofaktors gemeint. Während unseres Durchgehens meiner Präsentation fragte ich sie, warum dann in der Zusammenfassung fast jeder Interphone-Studie das Tumorrisiko infolge "regelmässiger" Nutzung als wichtigstes Ergebnis publiziert worden sei. Sie rollte ihre Augen und sagte etwas Ähnliches wie "Damit habe ich nichts zu tun."
Lloyd Morgan
Berkeley, California, USA
P.S. Im BEMS-Treffen von 2006 in Cancun hatte ich die Empfindung, dass der Damm Anzeichen von starker Beanspruchung zeigte. In San Diego 2008 bekam ich nun den Eindruck, dass der Damm grössere Risse zeigte und undicht zu werden begann.
http://groups.google.com/group/mobilfunk_newsletter/browse_thread/thread/c848bde8f4f2b6ba
Warnung: Die Benutzung eines Mobiltelefons während der Schwangerschaft kann Ihr Baby ernsthaft gefährden
Eine Studie an 13'000 Kindern deckt einen Zusammenhang zwischen der Benutzung von Handys und späteren Verhaltensstörungen auf
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Von Geoffrey Lean, Umweltredaktor
The Independent, Sonntag, 18. Mai 2008
Frauen, die während der Schwangerschaft Mobiltelefone benutzen, gebären eher Kinder mit Verhaltensstörungen. Das ist die Aussage einer verlässlichen Forschungsarbeit.
Eine sehr grosse Studie, in der mehr als 13'000 Kinder erfasst wurden, ergab, dass nur schon die täglich zwei- bis dreimalige Benutzung des Handys ausreichte, um für das Baby das Risiko der Entwicklung von Hyperaktivität, Verhaltensproblemen, Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen und von Beziehungsschwierigkeiten beim Erreichen des Schulalters zu erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit dafür war sogar noch grösser, wenn die Kinder vor dem Alter von sieben Jahren selber ein Mobiltelefon benutzten.
Die Top-Wissenschaftler, die diese Studie – die erste ihrer Art – durchführten, waren vom Ergebnis überrascht. Doch sie schlossen sich den an Schwangere und Kinder gerichteten Warnungen der russischen Strahlungs-Überwachungsorganisation an, welche glaubt, dass die dadurch verursachte Gefahr „nicht viel geringer ist als das Risiko für die Gesundheit des werdenden Kindes durch Tabak- und Alkoholkonsum“.
Die an der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) und an der Universität Aarhus, Dänemark, durchgeführte Studie soll in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift Epidemiology veröffentlicht werden. Sie erhält dadurch besonderes Gewicht, dass einer ihrer Autoren bislang skeptisch war, ob Mobiltelefone ein Gesundheitsrisiko darstellen. Die UCLA-Professorin Leeka Kheifets – Mitglied in einem zentralen Komitee der ICNIRP (Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung), der Organisation, die Richtlinien zur Strahlungsexposition infolge Mobiltelefonen herausgibt – hatte noch vor dreieinhalb Jahren geschrieben, dass die Ergebnisse von Studien an Personen, die solche benutzen „bisher keinen konsistenten Beweis für einen Kausalzusammenhang zwischen der Exposition durch hochfrequente Felder und einer gesundheitsschädigenden Wirkung liefern“.
Die Wissenschaftler befragten die Mütter von 13'159 Kindern, die in Dänemark in den späten Neunzigerjahren geboren wurden, über ihre Benutzung des Mobiltelefons während der Schwangerschaft sowie über dessen Benutzung durch die Kinder selber und über deren Verhalten bis zum Alter von sieben Jahren. Da die Geburten noch in die Zeit vor der allgemeinen Verbreitung des Mobiltelefons fielen, hatten etwa die Hälfte der Mütter ein solches nur selten oder gar nie benutzt, wodurch ein Vergleich überhaupt möglich wurde.
Sie fanden, dass die Mobiltelefone benutzenden Mütter mit einer um 54% erhöhten Wahrscheinlichkeit Kinder mit Verhaltensproblemen hatten, und dass diese Wahrscheinlichkeit mit der Höhe der möglichen Strahlungsexposition anstieg. Wenn die Kinder später ebenfalls das Mobiltelefon benutzten, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie unter Verhaltensschwierigkeiten litten, sogar um 80% erhöht. Um 25% stieg das Risiko emotionaler Störungen, um 34% dasjenige von Beziehungsproblemen unter Gleichaltrigen, um 35% das Risiko von Hyperaktivität und um 49% dasjenige von Verhaltensauffälligkeit.
Die Wissenschaftler sagen, die Ergebnisse seien „unerwartet“, und sie wüssten von keinem biologischen Mechanismus, der sie verursachen könnte. Doch als sie diese Ergebnisse mit anderen Ursachen wie Rauchen während der Schwangerschaft, Psychiatrie-bezogener Familiengeschichte oder sozio-ökonomischer Stellung zu erklären versuchten, wurde der Zusammenhang mit der Mobiltelefonbenutzung, statt zu verschwinden, sogar noch deutlicher.
Sie fügen hinzu, es könne andere mögliche Erklärungen geben, die sie nicht untersucht hätten – wie zum Beispiel diejenige, dass häufig mobil telefonierende Mütter ihren Kindern vielleicht weniger Aufmerksamkeit schenken – und heben hervor, dass die Ergebnisse „mit Vorsicht interpretiert“ und mittels weiterer Forschung überprüft werden sollten. Aber sie schliessen, dass „wenn sie der Wirklichkeit entsprächen, dann hätten sie bedeutende Auswirkungen auf das öffentliche Gesundheitswesen“.
Professor Sam Milham von der als erstklassig bekannten Mount Sinai School of Medicine in New York und der Abteilung für Gesundheitswesen an der University of Washington – einer der Pioniere auf diesem Forschungsgebiet – sagte in der vergangenen Woche, er zweifle nicht daran, dass die Ergebnisse der Wirklichkeit entsprächen. Er wies darauf hin, dass eine neue kanadische Studie mit trächtigen Ratten, die einer ähnlichen Strahlung ausgesetzt wurden, strukturelle Veränderungen in den Gehirnen der Nachkommen gefunden hatte.
Das russische Komitee zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (RNCNIRP) sagt, dass die Mobiltelefonbenutzung durch Schwangere und Kinder „begrenzt“ werden sollte. Es schliesst, dass Kinder, die mit dem Handy telefonieren, kurzfristig vermehrt an „Gedächtnisstörungen, verminderter Aufmerksamkeit, verringerter Lern- und Wahrnehmungsfähigkeit und erhöhter Reizbarkeit“ leiden, und dass die langfristigen Auswirkungen „Depressivität“ und „Degeneration der Nervenstrukturen im Gehirn“ einschliessen.
http://www.independent.co.uk/life-style/health-and-wellbeing/health-news/warning-using-a-mobile-phone-while-pregnant-can-seriously-damage-your-baby-830352.html
Übersetzt durch Bürgerwelle Schweiz, Mai 2008
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Kommentar von Cindy Sage, Mitinitiantin des BioInitiative Reports
14. Mai 2008
Es würde nicht überraschen, wenn die Mobiltelefonbenutzung durch werdende Mütter entzündliche Bedingungen schüfe, welche im Fötus zu einer veränderten Gehirnentwicklung führen, dies mit der späteren Folge von Verhaltensstörungen im heranwachsenden Kind.
Der BioInitiative Report (Kapitel 8 – Immunfunktion) nennt eine lange Liste von Studien, die allergische und entzündliche Zustände unter elektromagnetischer Exposition dokumentieren. Entzündliche Reaktionen auf Krankheiten von Schwangeren wurden schon als plausibler biologischer Mechanismus für eine veränderte Gehirnentwicklung im Kinde mit möglichen Auswirkungen auf die psychische Verfassung vorgeschlagen. Cytokinproduktion ist eine Entzündungsreaktion in der Mutter auf eine Infektion. Sie kann durch Umwelteinflüsse einschliesslich elektromagnetischer Felder ausgelöst werden. Man weiss, dass Cytokinproduktion die Neuronen in dem sich entwickelnden Gehirn des Fötus beeinflusst.
Vorgeburtliche Exposition durch Mobilfunkstrahlung, sei es indirekt über das Immunsystem der Mutter, sei es direkt vom Mobiltelefon auf den Fötus, hat enorme Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung.
Insoweit es sich um eine direkte Einwirkung der Strahlung auf den Fötus handelt, ist wohl eher die ELF2-Komponente der Exposition (infolge Ein- und Ausschalten des Mobiltelefon-Akkus3) massgebend, und weniger die Hochfrequenz-Komponente, die wahrscheinlich sehr niedrig ist. Im Jahre 2007 berichteten wir, dass die ELF-Taktung von Mobiltelefonen und PDAs ausserordentlich hohe niederfrequente magnetische Felder erzeugen kann, wenn sie am Körper oder nahe daran getragen werden.
In beiden Fällen zeigen diese Effekte – insofern sie zutreffen – dass die geltenden gesetzlichen Grenzwerte für den Fötus unzureichend sind. Die vorliegende wichtige Studie dokumentiert ein weiteres Mal die Tatsache, dass biologisch begründete Grenzwerte nötig sind.
Daily Mail, 30. August 2007
Nur zehn Minuten am Mobiltelefon können Krebs auslösen, glauben Wissenschafter
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Von David Derbyshire
Mobiltelefone können innerhalb von nur zehn Minuten mit der Entstehung von Krebs verbundene Veränderungen im Gehirn auslösen, behaupteten gestern Wissenschafter. Sie fanden heraus, dass sogar niedrigintensive Strahlung von Handys in die Zellteilung des Gehirns eingreift. Die Zellteilung fördert das Tumorwachstum.
Auch wenn die Wissenschafter den Beweis, dass Signale von Mobiltelefonen gefährlich sind, nicht liefern konnten, so deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sie es doch sein könnten. Zwar haben andere wichtige Studien weder einen Zusammenhang zwischen Mobiltelefongebrauch und Hirntumoren noch eine dramatische Zunahme von Krebsfällen gefunden. Aber die Forscher bestehen darauf, dass ihre Entdeckung die offiziellen Meldungen, Mobiltelefone seien sicher, in Frage stellt.
Die offiziellen Regelungen gehen davon aus, dass diese Telefone eine zu geringe Strahlung aussenden, um das Hirn in gefährlicher Weise zu erhitzen. Die neue Studie vom Weizmann-Institut in Israel deutet jedoch darauf hin, dass „nicht-thermische“ Strahlung ein Risiko in sich bergen könnte.
Die israelischen Wissenschafter setzten Zellen von Menschen und von Ratten im Labor einer niedrigintensiven Strahlung bei 875 Megahertz aus – einer ähnlichen Frequenz, wie sie von vielen Mobiltelefonen benutzt wird. Obwohl die Strahlung viel schwächer war als die Emissionen eines typischen Mobiltelefons, begann nach zehn Minuten im Inneren der Zellen ein chemisches Signal aufzutreten, wie die Forscher im Biochemical Journal berichteten.
Die chemischen Signale, die sie nachwiesen, hatten etwas mit der Zellteilung zu tun. Die Forscher sagten, die Reaktion sei nicht durch Erwärmung verursacht, und sie gaben an, dass sie damit einen neuen Weg gefunden hätten, wie die Mobiltelefone die Gesundheit schädigen könnten. Dr. Rony Seger, Mitautor der Studie, berichtete der Zeitschrift New Scientist: „ Die Bedeutung liegt darin, dass gezeigt wurde: Zellen reagieren auf Mobilfunkstrahlung in nicht-thermischer Weise.“
Obwohl Veränderungen im chemischen Mechanismus, wie ihn die israelischen Wissenschafter sehen, mit verschiedenen Krebsarten verknüpft sind, sagen die Forscher, es habe keine Anzeichen für einen Krebs verursachenden Effekt gegeben. Dr.Simon Arthur, ein Gesundheitsexperte der Dundee University, sagte, es sei „unwahrscheinlich“, dass der Effekt Krebs erzeugen könne.
Dr. Dariusz Leszczynski vom Amt für Strahlenschutz in Helsinki sagte: „ Wenn Mobiltelefone keine biologischen Effekte herbeiführen können, dann wird es nie irgendwelche gesundheitliche Auswirkungen geben. Wenn wir aber zeigen können, dass diese Strahlung imstande ist, biologische Effekte zu erzeugen, dann sieht die Sache allerdings ganz anders aus.“
Eine ausführliche Bewertung der Sicherheit von Mobiltelefonen soll im nächsten Monat vom britischen Gesundheitsamt veröffentlicht werden. Der letzte Bericht des Amtes aus dem Jahr 2004 fand keine Beweise für ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko durch Mobiltelefone. Immerhin warnte er vor übermässigem Mobiltelefongebrauch speziell durch junge Menschen. Dr. Michael Clark, Sprecher des Amtes, sagte: „In Anbetracht solcher Erkenntnisse, wie sie von Zeit zu Zeit auftauchen, ist eine vorsorgliche Massnahme angezeigt.“
Graham Philips von der kritischen Powerwatch-Gruppe sagte: „Sicherheitsrichtlinien gehen davon aus, dass gesundheitliche Effekte durch Mobiltelefone nur dann auftreten, wenn eine erhebliche Erhitzung des Körpergewebes stattfindet. Diese Studie zeigt nun aber biologische Veränderungen als Reaktion auf Mobiltelefonstrahlung niedriger Intensität – etwas, das möglicherweise Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Weitere Forschung ist nötig; klar ist jedoch, dass eine nur auf thermischen Effekten beruhende gesetzliche Regelung überholt ist.“
Übersetzung: www.diagnose-funk.ch und www.buergerwelle-schweiz.org
07.09.2007
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Handy statt Festnetz-Telefon zuhause:
Der Strahlungspegel steigt und steigt!
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Swisscom bündelt Handy und Festnetz-Breitbandanschluss: Wird das Handy bald in immer mehr Haushalten das einzige vorhandene Telefon sein? (27. August 2007)
Swisscom-Kunden können ab sofort ein Natel-Abonnement mit einem DSL-Internet-Breitbandanschluss kombinieren, ohne dass sie einen Festnetz-Telefonanschluss angemeldet haben müssen. Telefoniert wird nur mit dem Handy, der Internet-Zugang erfolgt über den herkömmlichen DSL-Anschluss. Das neue Angebot – so die Swisscom – sei für Kunden interessant, die keinen Festnetz-Telefonanschluss haben oder diesen kaum nutzen und dennoch einen schnellen Internet-Zugang zu Hause wünschen.
Durch den Verzicht auf den analogen Festnetz-Telefonanschluss zuhause lassen sich jährlich rund 300 Franken sparen. Allerdings können dafür die Handy-Telefonierkosten wesentlich höher ausfallen als die bisherigen Telefoniergebühren für das Festnetz-Telefon.
Dies ist ein weiterer Versuch, Kunden weg vom Festnetz-Telefon aufs Mobilfunknetz zu locken. Was aber geschieht, wenn immer mehr Menschen ihren Festnetz-Telefonanschluss abmelden, das Schnurtelefon im Schrank versorgen und das Handy zu ihrem einzigen Telefon für zuhause und auswärts machen? – Das sind die Folgen:
Das landesweite Gesprächsvolumen über die Mobilfunknetze steigt. Dadurch steigt auch die Belastung der Bevölkerung infolge der stärkeren Strahlung der bestehenden GSM- und UMTS-Antennen. Und wo diese bestehenden Antennen bezüglich der Zahl gleichzeitig geführter Gespräche an ihre Kapazitätsgrenze kommen, entsteht ein Druck, neue Antennen zu bauen. Dadurch steigt der allgemeine Strahlungspegel weiter an.
Wohnungs-Handynutzer wollen aus jedem Zimmer Verbindung haben. Das verstärkt den Konkurrenzdruck auf die Betreiber, die Sendeleistungen ihrer Antennen zu erhöhen, damit die Strahlung bis zuinnerst in jedes Haus hinein dringt. Dadurch steigt die Strahlungsbelastung überall noch mehr, drinnen und draussen.
Wer seinen Festnetz-Telefonanschluss durch das Handy ersetzt, muss durch das vermehrte Telefonieren mit dem strahlenden Handy am Kopf mittel- bis langfristig mit einer entsprechend erhöhten Gesundheitsgefährdung rechnen. Zum Beispiel zeigen alle bisherigen wissenschaftlichen Studien mit einer Handy-Nutzungsdauer von mindestens 10 Jahren ein erhöhtes Hirntumorrisiko. (Uneinheitlich sind die Studienresultate nur bei kürzeren Nutzungsdauern.)
Ausserdem dringt während des Telefonierens die Handystrahlung natürlich nicht nur dorthin, wo sie hin soll, nämlich auf die Dächer zu den Antennenmasten hinauf, sondern rundherum auch in die benachbarten Wohnungen. Empfindliche (elektrosensible) Wohnungsnachbarn reagieren oft mit Beschwerden auf Handytelefonate, die im selben Haus oder manchmal sogar im Nachbarhaus geführt werden. Solche Beschwerden können massiv sein und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.
Das Handy bzw. die Handys der Familie müssen empfangsbereit sein, das heisst sie sind immer – oder doch meistens – eingeschaltet. Die periodischen (z.B. halbstündigen) Sendeimpulse eingeschalteter Handys, mit denen sich diese Handys im Betreibernetz jeweils melden, werden von empfindlichen Menschen in der Umgebung oft als sehr unangenehm wahrgenommen. – Ausserdem erzeugt jedes eingeschaltete Handy andauernd ein niederfrequentes, meist mit etwa 2 Hertz (= 2 kurze Impulse pro Sekunde) getaktetes Magnetfeld, das von empfindlichen Menschen innerhalb eines Umkreises von bis zu einigen Metern wahrgenommen werden kann und erfahrungsgemäss oft ebenfalls zu Beschwerden (bei entsprechender Disposition z.B. sogar Herzrhythmusstörungen) führt.
Die Akkus der Handys benötigen vermehrte Aufladung. Dadurch steigt der Wohnungs-Stromverbrauch.
Fazit: Bleiben Sie beim Festnetz-Telefonanschluss! Und benützen Sie nicht ein strahlendes DECT-Schnurlos-Telefon, sondern ein herkömmliches Schnurtelefon. Lieber lästige Kabel als lästige Beschwerden und Krankheiten!
www.buergerwelle-schweiz.org
28.08.2007
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Top-Aktuell:
Der Film „Der Handykrieg“ auf DVD – ungekürzt!
Die Bürgerwelle hat mit dem Filmemacher Klaus Scheidsteger einen Exklusivvertrieb für den Film „Der Handykrieg“ für den gesamten deutschsprachigen Raum vereinbart. Im MDR ist dieser Film am 7.12.2006 um 10.35 Uhr in einer gekürzten Version von ca. 30 Minuten gezeigt worden. Aufgrund der Kürzung fehlen brisante Fakten. Die Bürgerwelle bringt für Sie den ungekürzten Film in einer Länge von ca. 50 Minuten.
Der Preis liegt bei € 15.- inkl. Mwst. zuzüglich Versandkosten.
Bestellung
hier (Auslieferung ab Ende Dezember 2006)
Die Bürgerwelle hat mit Herrn Scheidsteger vereinbart, dass der Film öffentlich vorgeführt werden darf. Somit kann der Film z.B. in Schulen, auf Veranstaltungen usw. gezeigt werden!
Der Handykrieg
Reportage, 30 Minuten, Sendedatum 7.12.2006, 10.35 Uhr, MDR
Sicherlich ein Film, der der Mobilfunkindustrie nicht gefallen wird, deckt er doch anhand der Geschichte des amerikanischen Wissenschaftlers Dr. George Carlo einige ihrer üblen Machenschaften auf.
Dr. Carlo, der Insider, von 1993 bis 1999 mit einem Budget von 28,5 Mio. Dollar ausgestattet, folgte seinem Gewissen und forderte von der Industrie, die Verbraucher auf die eindeutigen Gesundheitsrisiken hinzuweisen, statt ihnen weiterhin vorzugaukeln, die Handy-Nutzung sei unbedenklich.
Doch anstatt seinen wissenschaftlichen Empfehlungen zu folgen, begann sein Auftraggeber, der amerikanische Industrieverband CTIA (Cellular Telephone Industry Association) den hochqualifizierten Mann aus Washington D.C. zu diskreditieren. Wie durch Zufall brannte sein Haus, wurden die Zahlungen eingestellt, wurde sein Name durch den Schmutz gezogen…
Nachdem er zusammen mit dem Journalisten Martin Schram von der Washington Post ein Buch über seine Industrieerfahrungen geschrieben hatte („Cell Phones – Invisible Hazards in a Wireless Age“, 2001), willigte er ein, eine brisante Mission zu begleiten: Als Experte den spektakulären Rechtstreit einiger Anwälte gegen die Mobilfunkindustrie weltweit zu koordinieren.
Der Film, der in Frankreich in voller Länge gezeigt wurde („Portables en accusation” , France 2 , 50 Minuten, Mai 2006), stammt vom deutschen Filmemacher Klaus Scheidsteger, der auf Anfrage kommentierte: “ Ich bin gespannt, wie mein Film nach den Kürzungen ausschaut ...”. In Frankreich hatte die Industrie versucht, den Film juristisch zu stoppen. Nach einigen kleinen Änderungen sahen ihn immerhin 2 Mio. Zuschauer, dies trotz der relativ schlechten Sendezeit von 23 Uhr. Der Sendeplatz im Vormittagsprogramm des MDR um 10.35 Uhr spricht eine deutliche Sprache: „…mich wundert da nichts mehr”, so Klaus Scheidsteger.
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Gesundheitsgefahr Handy: spätestens 1999 wusste man davon! – Der berühmte Brief von Dr. G. Carlo („Der Handykrieg“) an die US-Mobilfunkindustrie
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Am 7. Oktober 1999 schrieb der Forschungskoordinator Dr. George Carlo seinen – inzwischen berühmt gewordenen – letzten Brief an seinen Auftraggeber, die Telekommunikationsindustrie. Er gab darin seiner Enttäuschung Ausdruck, dass die Industrie seine Empfehlungen zum Schutz der Handybenutzer ignorierte. Diese Empfehlungen für den Konsumentenschutz folgten aus den Ergebnissen des 28 Millionen-Dollar-Forschungsprogramms, das er im Auftrag der Industrie 6 Jahre lang geleitet hatte.
Vor 7 Jahren kursierte der Brief von Dr. Carlo in allen Kreisen, die besorgt waren über das Gesundheitsrisiko der Mobilfunkstrahlung. Der Brief war einer der klarsten Hinweise für die Tatsache, dass sich das Ausmass des Gesundheitsrisikos der Mobilfunkstrahlung schon Ende der Neunzigerjahre abzuzeichnen begann. Jedenfalls wusste man soviel, dass es damals unverantwortlich schien, diese Technologie ohne Information und Schutz der Konsumenten weiter zu verbreiten. Aber die Industrie hörte nicht auf ihn. Sie wollte ihr Produkt „Mobiltelefon“ vermarkten, und Dr. Carlos Forschungsergebnisse störten dabei. Also wurden diese Ergebnisse totgeschwiegen. Dr. Carlo wurde diskreditiert und unter Druck gesetzt, wie er selber im Film „Der Handykrieg“ berichtet.
Heute wissen wir mehr. Die von Dr. Carlos Forscherteams gefundene funktionelle Schädigung der Erbsubstanz durch Handystrahlung ist inzwischen (vor allem durch die europäische REFLEX-Studie)auch hinsichtlich der Chromosomenstrangbrüche mehrfach bestätigt worden. Damit kann das erhöhte Hirntumorrisiko begründet werden, das in den neuen Studien mit langer Beobachtungszeit regelmässig gefunden wird (Prof. Dr. M. Kundi im Film „Der Handykrieg“).
Die Bürgerwelle Schweiz veröffentlicht jetzt eine von ihr verbesserte deutsche Übersetzung des Briefes von Dr. Carlo sowie nochmals den englischsprachigen Originalbrief. Aus Dokumenten wie diesem Brief müsste unsere Gesellschaft die Lehre ziehen: Frühwarner sollen ernst genommen werden!
die deutsche Übersetzung des Briefes von Dr. Carlo als pdf-Datei
die englische Originalfassung des Briefes von Dr. Carlo als pdf-Datei
Hier folgt der Brief von Dr. Carlo in der verbesserten Übersetzung:
Wireless Technology Research LLC
1711 N. Street, NW, Suite 400, Washington DC 20036-2811
(202) 785 3939 telephone , (202) 785-3940 facsimile
wtr(at)hrmgroup.org e-mail
7 October 1999
Mr. C. Michael Armstrong
Chairman and Chief Executive Officer
AT & T Corporation
32 Avenue of the Americas
New York, New York 100313-2412
Sehr geehrter Mr. Armstrong
Nach langem Nachdenken schreibe ich diesen Brief an Sie persönlich mit der Bitte um Unterstützung bei der Bewältigung von etwas, das ich für ein sich abzeichnendes, ernstes Problem im Zusammenhang mit Mobiltelefonen halte. Ich schreibe diesen Brief im Interesse der über 80 Millionen Mobiltelefonbenutzer in den USA und der mehr als 200 Millionen Benutzer auf der ganzen Welt. Aber ich schreibe diesen Brief auch im Interesse Ihrer Industrie, die einen bedeutenden Anteil an unserer sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur hat.
Seit 1993 bin ich zuständig für das Überwachungs- und Forschungsprogramm von WTR, welches von der Mobilfunkindustrie finanziert wird. Es war immer das Ziel von WTR, jegliche Gesundheitsprobleme, welche durch die Verwendung von Mobiltelefonen für den Konsumenten entstehen könnten, zu erkennen und zu lösen. Im vergangenen Februar traf ich anlässlich der Jahrestagung der CTIA [The Wireless Association] den gesamten Vorstand dieser Organisation, um ihn über einige überraschende Ergebnisse unserer Forschungen zu unterrichten. Ich erinnere mich nicht, ob auch Sie anwesend waren, aber ich glaube, es waren alle Sparten dieser Industrie vertreten.
Bei dieser Sitzung erläuterte ich, dass die Studien, welche unter Aufsicht von WTR in vortrefflicher Weise durchgeführt wurden, nahe legten, dass das Problem der Sicherheit von Mobiltelefonen unübersichtlich geworden war.
Insbesondere berichtete ich über folgendes:
Die Todesrate infolge Gehirntumor war unter Mobiltelefonbenutzern höher als die Todesrate jener Benutzer, die ihre Telefone nicht direkt am Kopf hatten.
Das Risiko eines Akusticusneurinoms, einem gutartigen Tumor des Gehörnervs, welcher innerhalb des engeren Strahlungsbereiches der Telefonantenne liegt, war bei Menschen, welche angaben, seit sechs Jahren oder länger Mobiltelefone zu benützen, um 50 % höher. Ausserdem schien die Beziehung zwischen der Häufigkeit der Handynutzung und diesem Tumor einer Dosis-Wirkungs-Kurve zu folgen.
Das Risiko von seltenen neuroepithelialen Tumoren an der Aussenseite des Gehirns war mehr als doppelt so gross – ein statistisch signifikant erhöhtes Risiko – bei Benutzern eines Mobiltelefons im Vergleich zu Nichtbenutzern.
Ein gewisser Zusammenhang zwischen Gehirntumoren auf der rechten Kopfseite und der Verwendung des Telefons an der rechten Kopfseite schien gegeben.
Laborstudien zur Untersuchung der Fähigkeit der Mobiltelefonstrahlung, funktionelle genetische Schäden hervorzurufen, waren eindeutig positiv und folgten einer Dosis-Wirkungs-Kurve.
Ich wies auch darauf hin, dass zwar unsere Gesamtuntersuchungen bezüglich Auftreten von Gehirntumoren auf keinen Zusammenhang mit der Verwendung von Mobiltelefonen schliessen liessen, dass aber die weitaus meisten der untersuchten Tumore auch gar nicht innerhalb des engeren Strahlungsbereichs eines Mobiltelefons entstanden waren. Eben wegen dieses Abstandes musste das negative Ergebnis in Frage gestellt werden. Eine Fehleinschätzung der Strahlungsexposition würde tendenziell jeglichen vorhandenen Effekt verwischen. Ausserdem berichtete ich, dass unsere Studien über genetische Schäden, die wir durchführten, um herauszufinden, inwieweit die von diesen Telefonen ausgehende Strahlung DNA-Brüche hervorrufen kann, zwar negativ waren, dass jedoch die gefundenen funktionalen Schäden an der DNA bedeutsamer sein könnten und möglicherweise auf ein Problem hinweisen, welches nicht von DNA-Brüchen abhängt. Diese Ungereimtheiten galt es zu klären. Ich berichtete, dass, obwohl keine dieser Erkenntnisse für sich allein ein Beweis für eine tatsächliche Gesundheitsgefährdung durch Mobiltelefone war, das Muster potentieller Auswirkungen auf die Gesundheit, wie sie in unterschiedlichen Studien unterschiedlicher Labors, von unterschiedlichen Forschern durchgeführt, zu Tage traten, sehr wohl ernste Fragen aufwarfen.
Anschliessend an meine Präsentation gab es Wortmeldungen von Anwesenden, man müsse „geeignete Schritte unternehmen, um diesen Erkenntnissen nachzugehen“, und die nötigen finanziellen Mittel müssten zur Verfügung gestellt werden.
Als ich von Ihnen mit dieser Aufgabe betraut wurde, verpflichtete ich mich für einen Zeitraum von fünf Jahren. Dann wurde ich gebeten, die Aufgabe auch noch für ein sechstes Jahr zu übernehmen, und ich war einverstanden. Nunmehr ist meine Funktionsperiode zu Ende. Meine Präsentation vor Ihnen und dem Vorstand der CTIA im Februar stellte nicht den Versuch dar, meine Funktion bei WTR zu verlängern. Ebensowenig wollte ich die Funktion von WTR selbst verlängern. Ich hatte nur meine Pflicht erfüllt, Ihnen unsere Erkenntnisse mitzuteilen und darauf hinzuweisen, was als Folge unserer Forschungsergebnisse zu tun sei. Das habe ich ausdrücklich klargestellt, sowohl in meiner Präsentation als auch in vielen nachfolgenden Gesprächen mit Repräsentanten Ihrer Industrie und der Medien.
Heute bin ich nun äusserst frustriert und betroffen darüber, dass die Mobilfunkindustrie keinerlei Schritte zum Schutz der Konsumenten in dieser Zeit der Ungewissheit bezüglich Sicherheit unternommen hat. Die Schritte, die ich meine, ergaben sich speziell aus dem Programm von WTR und wurden immer wieder öffentlich und privat von mir und anderen Experten aus der ganzen Welt empfohlen. Da ich mich nun vom Gebiet der Mobiltelefonie zurückziehe und in anderen Bereichen des Gesundheitswesens tätig sein werde, habe ich die Sorge, dass die Mobilfunkindustrie eine wertvolle Gelegenheit versäumt, indem sie diese Fragen der öffentlichen Gesundheit der Politik überlässt. Dadurch werden Illusionen geweckt, dass weitere Forschung der nächsten paar Jahre den Konsumenten heute schon helfe, und es führt zur Fehlbehauptung, dass das Einhalten von Vorschriften Sicherheit bedeute. Die Mobilfunkindustrie wäre besser beraten, konkrete Massnahmen für einen wirklichen Konsumentenschutz durchzusetzen.
Es gibt alarmierende Hinweise darauf, dass einige Industriesparten die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich möglicher Gesundheitsschäden ignorieren; dass sie fortgesetzt fälschlicherweise behaupten, Mobiltelefone seien unschädlich für alle Konsumenten mit Einschluss der Kinder; dass sie die Illusion einer verantwortungsvollen Überprüfung schaffen, indem sie mehr Forschung fordern und unterstützen. Aber die wichtigsten Massnahmen zum Schutz der Konsumenten fehlen: Das Angebot umfassender und ehrlicher Sachinformation, damit die Konsumenten sich ein Urteil über das Risiko bilden können; das direkte Verfolgen und Beobachten, was mit den Nutzern von Mobiltelefonen geschieht; das Überwachen technologischer Veränderungen, die die Gesundheit beeinträchtigen könnten.
Was mir besondere Sorge bereitet, ist, dass ein Teil der Industrie anscheinend versucht, die FCC [Federal Communications Commission], die FDA [Food and Drug Administration] und die Weltgesundheitsorganisation [WHO] auf einen unwirksamen Kurs einzuschwören, der wahrscheinlich einen staatlichen Vorschriften-Leerlauf und eine Gegenreaktion der Konsumenten zur Folge haben wird.
Sie als Vertreter der Industrie werden mit den Auswirkungen der gewählten – richtigen oder falschen – Schritte langfristig zurechtkommen müssen. Kurzfristig aber möchte ich Sie bitten, jetzt bei der Durchführung einer wichtigen Intervention zugunsten der öffentlichen Gesundheit mitzuhelfen.
Die Frage der Sicherheit von Mobiltelefonen ist ungeklärt. Daher ist es aus Sicht des öffentlichen Gesundheitswesens für die Konsumenten äusserst wichtig, die Informationen zu bekommen, die sie benötigen, um sich ein fundiertes Urteil darüber bilden zu können, wieviel sie von dem noch unbekannten Risiko bei der Benutzung von Mobiltelefonen auf sich nehmen wollen.
Die Konsumenten offen und ehrlich darüber zu informieren, was bezüglich Gesundheitsrisiken bekannt oder noch unbekannt ist, hat nichts mit Haftung zu tun; es ist vielmehr der Beweis dafür, dass Ihre Industrie die Verantwortung ergreift und alles nur Mögliche unternimmt, um die sichere Nutzung ihrer Produkte zu gewährleisten. Der Volkszorn, der sich in den USA zur Zeit gegen die Tabakindustrie wendet, ist grossteils auf die Unredlichkeit dieser Industrie zurückzuführen, die bezüglich der gesundheitlichen Auswirkungen nicht ehrlich ist. Ich ersuche Sie dringend, mitzuhelfen, dass Ihre Industrie nicht den gleichen Fehler begeht.
Da wir nun das Unternehmen von WTR abschliessen, möchte ich Sie ganz offen um Ihre Hilfe bei der Verbreitung der durch unsere Arbeit gewonnenen Erkenntnisse ersuchen. Diese letzte Tätigkeit ist das, was schon immer erwartet und im Forschungsprogramm von WTR auch vorgesehen war. Ich bin an eine andere Organisation, der ich angeschlossen bin, nämlich an die Health Risk Management Group (HRMG) mit der Bitte herangetreten, uns bei dieser Öffentlichkeitsarbeit zugunsten der Gesundheit behilflich zu sein und eine Konsumenten-Informationsbroschüre für ein breites Publikum zusammenzustellen. Da weder WTR noch die HRMG über die nötigen Mittel für eine derartige Kampagne verfügen, bitte ich Sie, uns zu helfen, damit wir das Richtige tun können.
Ich würde mich freuen, wenn ich all das mit Ihnen persönlich besprechen könnte.
Hochachtungsvoll
George L. Carlo Ph.D, M.S., J.D
Vorsitzender
Eine unterzeichnete Kopie dieses Briefes wurde auch an ein vom britischen Parlament zum Zweck der Beurteilung wissenschaftlicher und gesundheitlicher Besorgnisse bezüglich der drahtlosen Kommunikation eingesetztes Expertengremium gesandt.
(Dies ist eine von der Bürgerwelle Schweiz überarbeitete Version der deutschen Übersetzung des Briefes von Dr. George Carlo, die auf www.salzburg.gv.at/Petitiondoc.pdf zu finden ist. Das englische Original des Briefes ist dort ebenfalls vorhanden.)
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Textausschnitte aus dem Dokumentarfilm
„Der Handykrieg“ von Klaus Scheidsteger, ungekürzte Version
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Ausschnitte aus Aussagen der im Film befragten Wissenschafter zum Gesundheitsrisiko der Benutzung von Mobiltelefonen. – Die ungekürzte Version des Films ist auf DVD erhältlich unter www.buergerwelle.de für die EU-Länder oder www.buergerwelle-schweiz.org für Zustellung innerhalb der Schweiz (Februar 2007).
Dr. George Carlo
ABC-News 1999, TV-Sendung über Dr. Carlo. – Sprecher: „Sechs Jahre nachdem die Handyindustrie 25 Millionen Dollars für ein Forschungsprojekt gab in der Hoffnung, die Ungefährlichkeit der Handys beweisen zu können, kommt Dr. Carlo zu folgender Erkenntnis:“ – Dr. Carlo: „Wir haben uns einem Feld genähert, wo wir nun einige direkte Beweise für mögliche Gesundheitsschäden durch Mobiltelefone haben.“ – Sprecher: „Gegen die Regeln der Industrie erzählt Dr. George Carlo ABC: In den Forschungen, die er begleitete, fand er zwei potentielle Probleme: Genetische Schäden, die eine Vorstufe zu Krebs sein können, und er entdeckte [zwar] kein allgemein erhöhtes Krebsrisiko, aber ein erhöhtes Risiko, an einer seltenen Art von Gehirntumor zu erkranken.“
Film-Interview, Dr. Carlo: „Fast jede bisher durchgeführte Studie zeigt Anzeichen einer Gefahr. Nun, die andere Seite der Medaille ist, dass es keine Untersuchungen an Menschen gibt, die einen schlüssigen Beweis bezüglich der Sicherheit der Handys geben. Auf der epidemiologischen Seite gibt es also Studien, die Probleme oder potentielle Probleme aufzeigen, und Studien, die nicht schlüssig sind. Die Industrie manipuliert die Wissenschaft und vermittelt der Öffentlichkeit, dass diese [nicht schlüssigen] Studien die Sicherheit der Handys beweisen. Das ist wissenschaftlicher Betrug.“
Erstes Wissenschaftskolloquium von 1999 in Long Beach mit den Auftraggebern der Forschung (Videoaufnahme), Dr. Carlo: „Während ich mich mit Leuten von Motorola stritt wegen ungeschützten Systemen und der Art, wie man sie interpretierte, wurde mir klar, die machen nur ihren Job. Und ich tu’ meinen. Und auch wenn wir diskutierten, – all diese wissenschaftlichen Wechselspiele, die
wir die letzten fünf Jahre während jedem Meeting und Kolloquium hatten, machten die Wissenschaftler nur ihren Job. – Die Schwierigkeit ist, dass jeder nur seine Arbeit machen will. Und es ist klar, dass die Konsumenten nicht geschützt werden. Und das sagt mir, da ist etwas faul in unserem System. – Die Industrie reagiert auf die Bedürfnisse der Konsumenten. Die Konsumenten wollen diese Technologie. Und wenn sie diese Technologie wollen, die diese Risiken mit sich bringt, macht es dann nicht Sinn, dass sie etwas darüber erfahren?“
Sechs Jahre später im selben Saal des Hotels in Long Beach. Dr. Carlo erinnert sich: „Dies war der Wendepunkt, an dem die Wissenschaft endete und die Politik begann. Bis zu diesem Punkt, bis zu diesem Kolloquium und dieser Präsentation der Forschungsergebnisse hatte sich wirklich alles auf die Wissenschaft fokussiert. Aber ab diesem Zeitpunkt war klar, dass die Industrie genug von Wissenschaft hatte und sich auf die Politik und die Frage fokussierte: Wie können wir die Wissenschaft so verpacken, dass es unseren wirtschaftlichen Interessen nicht schadet, und wie können wir uns von den Leuten distanzieren, die wir finanziert haben? – Es war abzusehen, dass dies passieren würde.“
Zweites Wissenschaftskolloquium vom Juni 1999 in Long Beach, letzter Auftritt Dr. Carlos (Videoaufnahme): „Wir brauchen eine ständige Marktüberwachung von neuen Produkten und deren ständige finanzierte Überprüfung durch die Industrie. Nichts weniger als das wird die Konsumenten beschützen.“
Film-Interview, Dr. Carlo: „Eine Kombination von sechs Jahren Arbeit, über 200 Wissenschafter und Ärzte, die in diese Arbeit involviert waren, mehr als 50 Studien, 28 Millionen investierte Dollars an Ressourcen... Wir gaben der Industrie ehrliche und klare Empfehlungen, und sie haben verdammt noch mal nicht auf uns gehört. Sie haben keine einzige der Empfehlungen befolgt, die die Ergebnisse einer sechs Jahre langen Arbeit waren. Gleichzeitig haben wir diese Empfehlungen in die Welt getragen. Es gab ungefähr 200 Millionen Handynutzer. Und wir machten uns Sorgen um diese 200 Millionen. Deshalb gaben wir die Empfehlungen. Seither gibt es 1.2 Milliarden Menschen mehr auf der Welt, die ein Handy benutzen. Diese Empfehlungen sollten helfen, Probleme vermeiden. Sie waren präventive Interventionen [= vorsorgliche Massnahmen], etwas, das man von einer verantwortungsvollen Industrie erwarten sollte: Ihre Technologien zu überprüfen und zu sehen, ob es Gefahren gibt. Menschen untersuchen, ob sie durch die Nutzung dieser Technologie gesundheitliche Probleme bekommen, und falls ja, eine rote Flagge hissen und Schritte einleiten. – Unglücklicherweise wurde nicht eine einzige Empfehlung berücksichtigt. Und nun haben wir 1,4 Milliarden Menschen in der Welt, die diese Technologie nutzen und nicht wissen, worauf sie sich einlassen.“
Prof. Dr. Franz Adlkofer, Koordinator der europäischen REFLEX-Studie 2000-2004 (Schädigung der Erbsubstanz durch Mobilfunkstrahlung – Zitat: "Seit 40 Jahren gilt die Lehrmeinung, dass elektromagnetische Felder zu schwach sind, um das Erbgut zu verändern. Unsere Ergebnisse haben jetzt das Gegenteil gezeigt.")
Film-Interview, Dr. Carlo: „Die Forschungsergebnisse verdichten sich und zeigen, dass die öffentliche Gesundheit gefährdet ist. Wie gross die Gefahr ist, wissen wir nicht. Aber es sieht nicht gut aus. Vor lauter Rauch, der produziert wurde, kann man die Flamme nicht mehr sehen.“ – Prof. Adlkofer „Solange wir das Verhältnis von durch die Industrie kontrollierter Forschung und unabhängiger Forschung nicht ändern können, sehe ich keine Chance. Es wird noch 10, 15 Jahre so weitergehen. Und wenn wir Pech haben, bei unglücklichen Umständen, dann kann das Problem nicht mehr
versteckt werden, weil das Intervall lang genug ist, um zeigen zu können, ob die Gehirntumor-Rate zunimmt oder nicht. Aber was für eine Katastrophe, dass wir mit offenen Augen in ein Feldexperiment gehen, ohne den möglichen Ausgang zu kennen. Ist das nicht eine Katastrophe? Es ist unfassbar!“ – „Wir haben gezeigt, dass hochfrequente Felder die Gene schädigen können, ihre Funktion verändern können. Diese Veränderungen reichen aus, praktisch jede Erkrankung, die beim Menschen auftreten kann, mitzuerklären, ohne dass natürlich der Beweis, dass es so sein wird, vorliegt. Aber die Mechanismen, die elektromagnetische Felder auslösen können, von denen wissen wir heute aufgrund der REFLEX-Daten eine ganze Menge. Es geht nur darum, diese Mechanismen jetzt zu suchen auch in der in-vivo-Situation, also beim lebenden Tier und beim lebenden Menschen. Wenn sie dort ebenfalls auftreten, so wie sie bei uns im Reagenzglas gefunden worden sind, dann haben wir ein riesiges Problem.“
Prof. Dr. Hugo W. Rüdiger, Leiter der Klinischen Abteilung Arbeitsmedizin, Universitätsklinik für Innere Medizin, Wien. Mitarbeit am REFLEX-Forschungsprojekt.
Prof. Rüdiger: „Die Situation erinnert ein bisschen an die Verhältnisse beim Asbest. 1980 ungefähr wurde Asbest bei uns verboten. Wann haben wir den Gipfel der Asbest-bedingten Tumore? 2015 werden wir den haben. Wir sind immer noch auf dem Anstieg. Weil wir Latenzen haben, das heisst Zeiträume zwischen Exposition und dem ‚Gesundheitsereignis Tumor’ zwischen 30, 40 und noch mehr Jahren. Damit muss man rechnen. Und das ist das, was man im Hinterkopf haben muss, wenn man jetzt sagt, nehmen wir doch die Hinweise bei den elektromagnetischen Feldern jetzt ernst, und warten wir nicht noch 40 Jahre, bis wir vielleicht was finden.“
Prof. Dr. Michael Kundi, Institut für Umwelthygiene der
Universität Wien
Prof. Kundi: „Sie finden bei Studien, die lange Beobachtungszeiten – lange Latenzzeiten – einschliessen, regelmässig ein erhöhtes Risiko. Es ist nicht dramatisch erhöht, aber es ist so deutlich erhöht, dass wir schon eine gewisse Besorgnis haben, was die Zukunft anlangt.“ – Interviewer: „Und wie geht die Industrie damit um?“ – Prof. Kundi: „Das ist sehr merkwürdig, dass dieses Risiko, genauso wie das früher die Tabakindustrie gemacht hat, vehement geleugnet wird, obwohl alle Untersuchungen, die entsprechende Beobachtungszeiten einschliessen, einen solchen Effekt gezeigt haben.“
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Wie schädlich sind Handys im Stand-by Betrieb?
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Zur Schädlichkeit von Handys beim Telefonieren ist ja schon viel bekannt. Weniger aber über die Auswirkungen im Stand-by Betrieb. In der Vergangenheit bin ich bei Einzelgesprächen schon öfters danach gefragt worden. Dieses Wissen sollte aber allgemein bekannt werden, deshalb folgen hier meine Ausführungen.
Es gibt Berichte, dass Menschen Herzprobleme haben, wenn Sie das Handy in der Brusttasche tragen. Andere tragen es am Gürtel oder in der Hosentasche und berichten von einem kribbelnden Gefühl in der Hüfte usw. In Pflanzenversuchen wurde festgestellt, dass die Pflanzen stark beeinträchtigt wurden, bzw. sogar abgestorben sind. Andere wiederum berichten, dass die Kanarienvögel im Käfig verrückt spielen, wenn ein Handy im Stand-by in der Nähe liegt. Wiederum andere Menschen können feststellen, dass sich ein Handy in mehreren Metern Umkreis im Stand-by-Betrieb befindet.
Was könnte die Ursache sein? – Ein Handy im Stand-by-Betrieb antwortet nur alle paar Minuten oder halbe Stunde ganz kurz dem Sender, dass es noch in dessen Empfangsbereich liegt. Allerdings passiert dies viel öfters in fahrenden Autos, Bussen, Bahnen usw., weil der Sender häufig gewechselt wird. – Neben dieser Tätigkeit des Handys ist aber noch etwas, was bisher kaum berücksichtigt wurde, jedoch von grosser Bedeutung ist. Ein Handy erzeugt im Stand-by-Betrieb laufend periodisch gepulste niederfrequente Magnetfelder oberhalb einer Frequenz von 2 kHz, deren kurzzeitige Spitzenflussdichten biologisch relevante Werte annehmen können. Die Pulsfrequenz dieser Magnetfelder liegt, je nach Modell, in der Regel im Bereich von 0,5 und 2 Hz. Warum? Damit die Akkus möglichst lange halten, wird der Mikroprozessor, je nach Hersteller, mehrmals pro Sekunde oder nur einmal innerhalb weniger Sekunden ein- und wieder ausgeschalten. Der Mikroprozessor muss sich dabei immer wieder einschwingen. Es fliesst kurzzeitig ein starker Strom. Dabei werden Magnetfelder erzeugt. Weil nun die Handys meist nah am Körper getragen werden, ist hier dann biologisch gesehen eine sehr hohe Dauerbelastung!
Dass damit auch entsprechende gesundheitliche Auswirkungen verbunden sind, wundert aufgrund dieser Erkenntnisse nicht. So hat Dr. Roger Coghill (Wales) schon 1998 festgestellt, dass sich in der Nähe von GSM-Handys im Stand-by-Betrieb die Lymphozytenaktivität um 32,1% (nach 3 Std.) bzw. 52,2 % (nach 27 Std,) reduziert.
Wenn jemand schon nicht auf sein Handy „verzichten“ kann, weil z.B. sein Chef es verlangt, so sollte man es mindestens ein bis zwei Meter vom Körper wegtun. Die Dauerbelastung im Stand-by-Betrieb ist ein weiteres Argument für ein Handy-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. In Bayern wurde vor kurzem ein Verbot des Handybetriebs in Schulen, allerdings wegen Gewaltszenen, erlassen. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere müssen folgen. Damit ist dann zumindest auch die Belastung durch den Stand-by-Betrieb weg. Schon im Stand-by-Betrieb hat ein Handy nicht nur Auswirkungen auf denjenigen, der es trägt, sondern auch auf sein Umfeld. Nur ein ausgeschaltetes oder entsorgtes Handy ist ein unschädliches Handy. Denken Sie daran!
In den nächsten Wochen soll ein Messgerät auf den Markt kommen, mit dem man Handys im Stand-by Betrieb bis ca. zwei Meter Entfernung feststellen kann. Damit kann dann sicherlich die Öffentlichkeit weiter zur Schädlichkeit von Handys sensibilisiert werden. Interessant ist dieses Messgerät z.B. auch für Schulen. An vielen Schulen gibt es ja Handy-Verbote. Mit dem Messgerät kann wirksam ein eingeschaltetes Handy in Schultaschen usw. detektiert werden.
Siegfried Zwerenz
Aus der Mitgliederzeitung der Bürgerwelle e.V. Nr. 2/2006 (Dezember 2006)
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KIND UND HANDY
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Kommentar der Bürgerwelle Schweiz zum nachfolgenden Artikel:
Wo die bisherigen Warnungen vor dem Handygebrauch durch die Kinder im Interesse ihrer langfristigen Gesundheit noch kein klares „NEIN!“ der Eltern dem kindlichen Handywunsch gegenüber bewirken konnten, schafft das jetzt vielleicht die drohende Pornobilder-Überschwemmung. Der Sozialdruck auf die Schulkinder, ein Handy zu haben, ist kein Naturgesetz, dem man sich beugen muss. Und Aufrufe für eine Ausweitung des im Klassenzimmer üblichen Handyverbotes auf das ganze Schulareal können nicht mit dem Hinweis auf die drohenden Reklamationen einzelner „mobiler“ Eltern beiseite gewischt werden. – Die Auseinandersetzung um den Problemkreis „Kind und Handy“ hat indessen eine noch viel grössere Dimension. Letztlich geht es um das Bewusstsein, dass Kindererziehung vor allem auch eine Sache der Selbstdisziplin und Vorbildwirkung der Eltern, Lehrer und anderen Bezugspersonen des Kindes ist, und dass ein unwiderrufliches „NEIN“ zur rechten Zeit mehr wert ist als tausend weitschweifige Erklärungen, die an eine intellektuelle Einsichtsfähigkeit appellieren, welche das Kind zumindest im frühen Schulalter noch gar nicht haben kann.
03.12.06 P. Schlegel
Marktforscher: Pornos erobern Mobilgeräte
Marktforschungsdirektor Bruce Gibson von Jupiter Research geht davon aus, dass Darstellungen nackter Haut und geschlechtlicher Handlungen zunehmend auch Mobilgeräte erobern werden. Nachdem sich die "Erwachseneninhalte"-Industrie bisher schon Medien wie Print, Kino, DVD und Pay-TV angeeignet hat, gebe es keinen Grund, warum sie die Mobilgeräte aussparen werden sollten. Aufgrund dieser Hypothese prognostiziert Jupiter laut Mitteilung ein Anwachsen des weltweiten Markts für Sexualinhalte von 1,6 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr auf 3,3 Milliarden im Jahr 2011 aus.
In dem gesamten Zeitraum von 2006 bis 2011 würden mit dieser Art Inhalte 14,5 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert. Europäische Mobilfunknutzer sollen daran nach den Prognosen 39 Prozent und asiatisch-pazifische 33 Prozent Anteil haben. In der frühen Entwicklungsphase sei der Markt noch von textbasierten Inhalten dominiert worden, mittlerweile würden sie durch Grafiken und Videos verdrängt. 2011 würden 70 Prozent der Umsätze dank zunehmender Verbreitung von Mobilfunktechnik der dritten Generation mit Videos generiert.
Gibson hat auch schon ein neues Zielpublikum für den neuen Verbreitungsweg der Erwachseneninhalte vor Augen. Er vermutet darunter vor allem Menschen am "bequemeren und weicheren Ende" des Marktes, da "Mobil" für "Spaß und sofortige Befriedigung" stehe: "Kerle, die sich nach ein paar Bieren in der Kneipe zusammen Videoclips anschauen und Leute mit wenig Zeit, die aber ein bisschen Spaß haben wollen – aber nicht mit Hardcore."
29.11.2006
Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/81763
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